copenhagen specs berlin

Neue Brillenmesse am 20./21. Oktober in Berlin

Die „copenhagen specs“ ist eine kleine, aber feine unabhängige Brillenmesse und findet schon seit vier Jahren – wie der Name vermuten lässt – in der dänischen Hauptstadt statt. Es sind mehr als Kleinigkeiten, die diese Messe von den vielen anderen Regionalmessen unterscheidet. Am 20. und 21. Oktober 2018 gibt es einen „Ableger“ in Berlin, genauer in Alt-Treptow und dort in der „Arena-Halle“, einem ehemaligen Busdepot aus den 1920er-Jahren.

Autor | Theo Mahr

Im März 2018 haben wir uns die copenhagen specs vor Ort angeschaut: Ein sorgsam ausgewählter Veranstaltungsort, den man heute ja Location nennt und den Fachbesucher aus ganz Skandinavienzur Information und zum Einkauf nutzen. Ein kleines Vortragsprogramm in einem akustisch und optisch abgetrennten Bereich ergänzt die Ausstellung, die aber an sich genug Inspiration bietet. Dafür sorgen die Aussteller und allen voran Morten Gammelmark, der Gründer und Organisator der Messe. Ein kleines Detail sind mehrere Kaffee-Stationen und Lounge-Zonen in der Halle, in denen sich jeder niederlassen kann. In der ganzen Halle ist es angesichts der vielen Besucher relativ ruhig, was auch daran liegt, dass Musik und Vorträge untersagt sind. Die gesamte Veranstaltung wird nur durch die Musik eines DJs beschallt, dezent, zurückhaltend. Kein Lärm stört die Gespräche und weil auch keiner kocht, riecht es nicht wie in einem internationalen Imbiss.

Die Stände sind alle gleich aufgebaut, wobei die Dekoration den Ausstellern überlassen bleibt. Das durchdachte System garantiert, dass man seinem Nachbarn nicht auf dem Schoß sitzt. Genauso soll es nun auch in Berlin werden: Kein Wunder, dass die Brillen-Profi GmbH ausdrücklich ihre Unterstützung zugesagt hat. Die größte Einkaufs- und Marketinggemeinschaft in Deutschland wird die copenhagen specs in Berlin unterstützen und sie als Inspiration und Einkaufsmesse nutzen.

Morten Gammelmark ist begeistert: „Kleine Stände mit simplen Stil maximieren den Fokus auf die Produkte. Die einzigartige und besondere Atmosphäre, die nur bei copenhagen specs zu finden ist, ist die Grundlage des Konzeptes, das diese Brillen-Messe einzigartig macht.“

Gerhard Langseder, Geschäftsführer von Brillen-Profi: „Wir haben Morten Gammelmark als eine inspirierende Person kennengelernt, die eine Veranstaltung in Kopenhagen gründete, die perfekt für individuelle Optiker und individuellen Marken war. Der Veranstaltungsort in Berlin wird genauso gut werden wie in Kopenhagen. Wir werden in unserem Netzwerk für diese Veranstaltung werben.“

Morten Gammelmark: „Ich bin sehr stolz, dass Brillen-Profi beschlossen hat, copenhagen specs in Berlin als einen aktiven Teil von deren Konzept zu nutzen. Brillen-Profi und copenhagen specs in Berlin sind beide Unternehmen, die für Unabhängigkeit in der Brillen-Industrie kämpft. Für mich ist es ein natürlicher Schritt, dass wir zusammenarbeiten und uns gegenseitig unterstützen.“

Die Location

Bemerkenswert ist tatsächlich auch der gewählte Veranstaltungsort: Die Halle der Arena Berlin wurde in den Goldenen Zwanzigern erbaut, einer Zeit des wirtschaftlichen Aufschwungs und der kulturellen Blüte. Die Allgemeine Berliner Omnibus AG (ABOAG) benötigte damals einen Betriebshof für 240 Busse. Sie beauftragte den Architekten Franz Ahrens die bis dato größte freitragende Halle Europas zu errichten.

Der Bau von Ahrens ist nicht nur aufgrund seiner imposanten Größe und der baukünstlichen Details mit aufwendigen Klinkerblöcken und daraus herausgemeißelten figurativen Plastiken des Bildhauers Arminius Hasemann bemerkenswert. Auch die Belichtung der Halle durch querliegende Oberlichtraupen und verglaste Bogenfelder der Stirnfelder machen die Halle einzigartig.

1927 wurde das imposante Bauwerk mit einer Fläche von 6500 Quadratmetern fertig gestellt. Ein Jahr später ging die ABOAG in die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) über. Im Dritten Reich wurde die großflächige Halle als Waffenlager zweckentfremdet. Im Anschluss an den Krieg diente sie als Flüchtlingslager. Nach der Teilung Berlins 1961 befand sich der monumentale Industriebau auf dem Gelände des Mauerstreifens. Damit war er nicht mehr frei zugänglich, wurde jedoch weiterhin als Bus-Depot genutzt.

Nach der deutschen Wiedervereinigung 1989 verließ die BVG vier Jahre später den Standort im Stadtteil Treptow. Neuer Träger wurde der Kulturverein Art Kombinat e.V., der sich eigens gegründet hatte, um im ehemaligen Betriebshof kulturelle Veranstaltungen durchzuführen. Im Jahr 2000 wurde die Arena Berlin umfangreich saniert und zählt seither zu den populärsten Stätten für Veranstaltungen in Berlin.