AVM, Frankfurt

Quadratur des Kreises

Seit mehr als fünf Jahren ist die AVM Advanced Vision Marketing und Vertriebs GmbH am Markt. Was am Anfang als Vertrieb mit Lagergläsern begann, hat sich zu einer umfassenden Belieferung der Augenoptiker mit Fassungen, Gläsern, fertigen Brillen und Marketing-Angeboten entwickelt. Wir haben AVM in Frankfurt besucht.

Die Familie Kim kam 1977 nach Deutschland. Die Söhne der Familie waren damals 12 und 15 Jahre alt und gingen in Frankfurt zur Schule. Als 15-Jähriger bekam Jung-Jae Kim von dem Augenoptiker seiner Mutter das Angebot, bei ihm zu jobben. Er sollte beim Betreuen der vielen koreanischen Kunden behilflich sein. Später hatte Jung-Jae Kim andere berufliche Pläne. Er studierte BWL. Seinem Bruder jedoch – der ihn in seinem Schülerjob ablöste – gefiel die Augenoptik besser als ein eventuelles Studium. Er wurde Augenoptiker, machte 1990 seinen Meister bei der Optonia und wurde selbständig mit eigenem Laden. Dass das alles der Grundstock für die Firma AVM werden würde, war damals noch nicht klar.

Jung-Jae Kim war nach seinem Studium in unterschiedlichen Firmen tätig. Auch in der Hightech-Branche sammelte er Erfahrungen. Die enge Verbindung zu seinem Bruder ließ ihm Einblicke in die Augenoptik-Branche zu. Er war erstaunt, dass in dieser Branche so wenig gemacht wurde und nur Einzelpersonen mit einem anderen Konzept erfolgreich waren. Die Brüder beschlossen, ihr Wissen in Augenoptik und BWL zusammenzulegen und in einer gemeinsamen Firma erfolgreich zu werden. Startschuss für AVM.
„Wir haben die Firma gegründet, weil wir gesehen haben, dass im Großhandels- und Industriebereich in der Augenoptik noch viel zu machen ist. Als wir angefangen haben, gab es nach unserer Meinung im Glasbereich viel zu viele Varianten. Andererseits lässt der deutsche Markt keine Kompromisse in punkto Qualität zu. Dazu weiß der deutsche Augenoptiker über die Qualität zu gut Bescheid und ist absoluter Fachmann. Der Markt ist und bleibt auf Qualität getrimmt. Wir wissen das und haben lediglich die zu große Produktschiene entschlackt. Im Glasbereich konzentrieren wir uns auf das Wesentliche, auf 80 bis 90 Prozent des Bedarfs. Der dadurch gewonnene Preisvorteil bringt eine Kostenersparnis, die wir dem Markt weitergegeben haben,“ erklärt Jung-Jae Kim. „Wir haben damit bislang einen guten Erfolg gehabt und bis vor kurzem die Politik eines Nischenanbieters konsequent verfolgt. Dann sind wir in einen Bereich hinein gewachsen, bei dem wir unsere Geschäftspolitik erneut überprüfen mussten.“
Vollsortimenter
Heute geht die Firma AVM den Weg eines Vollsortimenters. Immer mit der Fragestellung, was anders und erfolgreicher gemacht werden kann. Keiner der 40 Mitarbeiter ruht sich hier auf den erreichten Lorbeeren aus.
Angeboten wird ein ganzheitliches Konzept mit Fassungen, Gläsern, Einschleifservice und Marketing. Es werden fertige Fassungen angeboten, nicht zu verwechseln mit Fertigbrillen! Der Augenoptiker sucht sich aus dem riesigen Angebot (ca. 1300 Fassungen) sein Sortiment heraus. Geht eine bestimmte Fassung in seinem Gebiet nicht, tauscht er sie problemlos bei AVM um in eine in seinem Geschäft gängigere. Noch problemloser ist der Weg, bei AVM anzurufen, eine Fassung mit den entsprechenden Rezeptwerten zu ordern und sie innerhalb kürzester Zeit fix und fertig, durch Fachpersonal gefertigt, zugesandt zu bekommen.
Marketing-Konzepte
„Es ist nicht mehr wie vor zehn Jahren, als der Augenoptiker sich allein auf seine handwerklichen Fähigkeiten konzentrieren konnte und alles andere automatisch lief. Heute ist jeder gezwungen, in erster Linie Kaufmann zu sein. Der Markt bestraft ihn sonst sofort,“ meinen die Brüder Kim, die ihr Ohr am Markt haben.
Aber auch im Marketing-Bereich lässt das Team von AVM ihre Kunden nicht allein. Zusammen mit der Agentur art)(con, einer professionellen Werbeagentur aus dem augenoptischen Bereich, haben sie Marketing-Konzepte entwickelt. Jeder Kunde kann sie zu vertretbaren Preisen nutzen. Muss aber nicht. „Wir bieten dem Augenoptiker zu jeder Fassungsserie von AVM eine Komplettkonzeption. Das beinhaltet u.a. Prospektentwürfe, die als Vorschlag zur Verfügung gestellt und individuell angepasst werden können. Der Kunde wählt dann sein gewünschtes Marketingkonzept aus den Entwürfen heraus, wählt Text, Preise, Logo und Botschaften, die er seinen Kunden mitteilen möchte. Alle haben einen Vorteil davon. In erster Linie der Augenoptiker, dem ein Instrument an die Hand gegeben wird, um seinen Wiederbeschaffungsrhythmus zu steigern“, erklärt Andreas Strähler von art)(con.
„Wir haben uns dem traditionellen Augenoptiker verschworen“, fügt Olav Winkelvos aus der Konzept- und Vertriebsleitung hinzu. „Die großen Filialisten werden von uns nicht beliefert, dort sind ja alle gelistet. Wir möchten das machen, was alle für tot halten: den Mittelpreis erobern. Deshalb haben wir versucht, die Quadratur des Kreises durchzuziehen. Mit unserem Komplettangebot kann sich der Augenoptiker profilieren, hat auch noch einen Euro für sich verdient und spricht eine hohe Käuferschicht an.“
Lassen Sie sich das Konzept von AVM doch einfach mal persönlich erklären oder schauen ins Internet unter www.avm4you.de
Ulla Schmidt