Corona-Virus und die Augenoptik

Kurzarbeit, Zahlen, Sonderaktionen

Dr. Heiko Pult schreibt für alle Augenoptiker: „Mach die Spaltlampe sicherer mit simplem Hauchschutz: Super wichtig!  Eine DIN A4-Folie nehmen. Bei mir war’s die Einschweißfolie, die ist stabiler. Das Ganze ist auch deutlich größer als der normale Hauchschutz. Loch rein, Okularsegment abnehmen und Folie zwischen Okularsegment und Hauptteil bringen und zusammenschrauben. Aufwand zwei Minuten, Kosten null, Schutz supi!“

Reihenweise kostenlose Webinare

Rodenstock bietet Augenoptikern eine Reihe kostenloser Webinare an, die sich mit den Fragen beschäftigen: „Was passiert  während und nach der Corona-Krise mit meinem Geschäft – und wie kann ich jetzt sinnvolle Schritte ergreifen?“. Auch andere Unternehmen wie beispielsweise Alcon, Hoya oder Ipro bieten kostenlose Webinare an.

Lieferservice

„Als Partner des stationären Handels möchte CooperVision seine Partner dabei unterstützen, auch weiterhin ihre bestehenden Kontaktlinsenträger bedenkenlos und vor allem kontaktlos zu versorgen. Wir haben mit Hochdruck an dieser einfachen, aber wirkungsvollen Lösung gearbeitet und sind froh, diese heute unseren Partnern präsentieren zu können“ erklärt Jérôme Kuzio, Head of Marketing CooperVision DACH. „Augenoptiker können ab sofort Kontaktlinsen, die sie für ihre Kunden über CooperVision bestellen, auf direktem Wege zum Endkunden nach Hause oder an jede andere Wunsch-Adresse liefern lassen. Und weil wir unsere Partner in dieser schweren Zeit auch finanziell unterstützen möchten, übernimmt CooperVision bis einschließlich 30. Juni 2020 vorerst die Versandkosten.“

Infos: www.coopervision.de/CooperVisionDirect

Preisnachlass pro Sendung (#stayhome-Aktion)

Augenoptiker vertreiben ihre Produkte teilweise kontaktlos über eigene Onlineshops. Für Betriebe, die diese Möglichkeit nicht haben, hält MPG&E einen Home-delivery-Service bereit. Dank diesem können Augenoptiker MPG&E beauftragen, in ihrem Namen ihre Kunden zu beliefern. Auf mpge.de stellen die norddeutschen Kontakt­linsenspezialisten diese Möglichkeit ganz praktisch vor („Telegramm“, mpge.de). Dort können Augenoptiker auch Onlinebanner für die eigene Website sowie eine Vorlage für ein Social-Media-Posting herunterladen, um ihre Kunden über die kontaktlose Liefermöglichkeit zu informieren. Bis zum 1. Mai 2020 erlässt MPG&E allen Augenoptiker-Kunden 1,10 € pro Home-delivery-Sendung. MPG&E-Geschäftsführer Fabian Hasert dazu: „Wir sehen auch diese Aktion als Beitrag zur Unterstützung unserer Kunden während der angespannten Situation in der Corona-Krise.“

Messe abgesagt

Angesichts der kritischen Lage durch die weltweite Ausbreitung von COVID-19 hat die SightCity GmbH sich dazu entschieden, die SightCity Frankfurt 2020 komplett abzusagen. „Das Veranstaltungsteam bedauert diese Entscheidung sehr“, erklärt Ingrid Merkl, Geschäftsführerin der SightCity GmbH. „Doch die Gesundheit aller an der Messe Beteiligten – Besucher, Mitarbeiter, Aussteller und Referenten – steht an erster Stelle.“  Die nächste SightCity findet statt vom 19. bis 21. Mai 2021. Die Messe feiert dann Premiere in ihrem neuen Veranstaltungsort, dem Kap Europa. Das Kongresshaus der Messe Frankfurt ist nur eine U-Bahn-Station oder zehn Gehminuten vom Hauptbahnhof entfernt. Auf vier Etagen erwarten die Besucher der SightCity mehr als 7.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche.

Grundsätzlich: Augenoptiker dürfen öffnen

In unserer mehr vom Handel als vom Handwerk bestimmten Branche sorgen die Ausbreitung des Corona-Virus und die deswegen verhängten Vorsorgemaßnahmen, insbesondere die Ausgangsbeschränkung, praktisch für einen Totalausfall. „Soll ich mein Geschäft überhaupt öffnen?“, ist eine Frage, die viele selbstständige Augenoptiker umtreibt. Grundsätzlich ist eine Öffnung für Augenoptiker möglich, da die Branche als gesundheitsrelevant eingestuft ist. Die meisten Augenoptiker sind zu einer Art „Notbetrieb“ übergegangen mit  reduzierten Öffnungszeiten und/oder ausschließlich mit telefonischer Terminvereinbarung. Geleistet werden Reparaturen und die Versorgung von Notfällen.

Der Zentralverband der Augenoptiker und Optometristen (ZVA) hat auf seiner Internetseite umfassende Tipps zusammengefasst und aktualisiert diese nach Nachrichtenlage.

https://www.zva.de/

Manche Lieferkette kommt ein wenig ins Stocken, je länger die Corona-Krise dauert. Es gibt aber eine Reihe von Herstellern, die momentan noch völlig unbeeindruckt davon sind. Nachfolgend gibt es Meldungen, die mit Corona im Zusammenhang stehen.

Angebot für Notversorgung

Glasanbieter Visall meldet: „Durch die Einschränkungen unserer Branche sind die klassischen Brillenverkäufe inkl. Refraktion und individueller Beratung derzeit nicht möglich. Außerdem haben die Empfänger einer Notversorgung (Pflegekräfte, Ärzte, Kassierer, Landwirte und so viele mehr) im Moment sicherlich keine Zeit und Ruhe, sich eine schöne Brille auszusuchen.“

Visalls Angebot: „Sie bestellen anhand der Kartei, des Brillenpasses oder den Werten der alten Brille ein Paar Lagergläser zur Notversorgung Ihres Kunden und vereinbaren gleich oder später einen Termin für die Zeit nach der Krise. Wenn Sie nach diesem Termin für denselben Kunden ein Paar Anfertigungsgläser bestellen, schreiben wir die „Notfall-Lagergläser“ komplett gut. Zusätzlich werden wir alle Kolleginnen und Kollegen mit speziellen Sonderpreisen und Aktionen in dieser außergewöhnlichen Zeit unterstützen.“

Alle Einzelheiten zu diesen Aktionen erhalten Sie, wenn Sie eine E-Mail mit Ihren Kontaktdaten und dem Betreff „Visall-Unterstützungspaket“ an order@visall.de senden.

Brillengläser aus Bamberg

„In dieser schwierigen Zeit haben wir umfassende Maßnahmen ergriffen, um unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie auch unsere Kunden und Geschäftspartner zu schützen“, so Ralf Thiehofe, Geschäftsführer von Rupp + Hubrach (R+H). „Wichtiger denn je ist zudem, dass wir partnerschaftlich zusammenstehen und Unterstützung leisten, wo wir können.“

Mit seiner Produktion in Bamberg und guten Lagerbeständen ist R+H derzeit lieferfähig. Der Brillenglasspezialist sorgt für unbürokratische Unterstützung der gesamten Branche: Die Brillengläser können einfach per Telefon, Fax oder E-Mail bestellt werden. Zudem steht das Service-Team von R+H mit Rat und Tat für alle Fragen zu Produkten und zur Bestellung telefonisch zur Verfügung. Auch die Abwicklung ist denkbar einfach: Wenn der Augenoptiker das Brillenglas seines gewohnten Lieferanten nennt oder die Glasbestellung auf dem Originalformular seines Lieferanten faxt, fertigt R+H das vergleichbare Brillenglas aus seinem Sortiment.

Online-Verkäufe als Hilfe für Augenoptiker

„Wir von Emmerich Eyewear haben uns was für unsere Kunden einfallen lassen, wie wir unsere Partneroptiker in dieser Zeit bestmöglich unterstützen können“, schreibt Mike Kofler.  So sehe vielleicht auch der Endkunde vor Ort , dass er seinen lokalen Augenoptiker auf diese Weise unterstützen kann. Wenn der Verbraucher eine Sonnenbrille bei Emmerich online kauft, fließen 25 Prozent des Verkaufspreises an den Partneroptiker im Ort des Käufers.

AKA verschiebt Beitragseinzug

Vorstand und Aufsichtsrat der AKA haben angesichts der auch aus diesem Grund nahezu flächendeckend in der Augenoptik und Hörakustik eingeführten Kurzarbeit entschieden, die Liquidität ihrer Mitglieder schnell und einfach zu schonen. Die Umlagen U1 und U2 zur AKA sind Teile der Sozialversicherungsbeiträge, die Ende eines jeden Monats fällig sind. Der Beitragseinzug für den Monat März 2020 wurde auf den 20.04.2020 verschoben.

OHI Update verschoben auf den 5. September 2020

Basierend auf den aktuellen Ausgangsbeschränkungen, hat sich die Geschäftsführung der OHI – Optometrie & Hörakustik Initiative – gemeinsam mit den Partnern der Industrie entschlossen das für den 9. Mai 2020 geplante OHI UPDATE 2020 mit allen Vorträgen und der Industrieausstellung in den frühen Herbst auf Samstag, den 5. September 2020, zu verschieben.

Die österreichische Bundesregierung hat für April eine „schrittweise“ Aufhebung der Ausgangsbeschränkungen in Aussicht gestellt. Ob dieser Zeitpunkt hält und wie sich eine „schrittweise“ Aufhebung gestalten wird, ist derzeit nicht absehbar. Möglicherweise werden ähnlich wie vor dem 16. März 2020 für eine gewisse Zeit Versammlungen „Indoor“ auf maximal 100 Personen beschränkt. Genaue Prognosen für Veranstaltungen im Mai sind zurzeit jedoch nicht möglich.

Kurzarbeitergeld

Vermutlich hat kein aktuell selbstständiger Augenoptiker in den zurückliegenden Jahren Kurzarbeitergeld beantragt. Die Arbeitsagentur aktualisiert fortlaufend ihre Internetseite zu dem Thema. Nur eines vorab: Es ist nicht so kompliziert, wie mancher vielleicht befürchtet, und es gibt längst Corona-Sonderregelungen, die das Verfahren nochmal vereinfachen.

https://www.arbeitsagentur.de/news/corona-virus-informationen-fuer-unternehmen-zum-kurzarbeitergeld

Quarantäne und Fallzahlen

Was tun, wenn Mitarbeiter krank sind oder unter Quarantäne stehen? Das Handwerksblatt hat hierzu einen gut verständlichen Beitrag auf seiner Internetseite platziert.

https://www.handwerksblatt.de/themen-specials/lassen-sie-sich-nicht-anstecken/coronavirus-die-wichtigsten-tipps-fuer-betriebsinhaber

Und wie entwickelt sich alles im Allgemeinen? Lassen Sie sich durch die Flut von Nachrichten nicht verwirren. Bei professionellen Medien und in den sogenannten sozialen Netzwerken stehen den Panikmachern die Verharmloser gegenüber, wie immer bei Themen, die viele Menschen bewegen. Ignorieren Sie möglichst beide Typen. Aus unserer Sicht verlässliche Zahlen zur Entwicklung der Pandemie finden Sie beim Robert-Koch-Institut.

https://experience.arcgis.com/experience/478220a4c454480e823b17327b2bf1d4

Wie andere die Zeit nutzen

Bei Kobert & Tente haben die Mitarbeiter die freigewordene Zeit und das schöne Wetter für andere Aufgaben genutzt. „Durch die aktuelle Lage gibt es in vielen Optikerbetrieben leider Leerlauf, da viele Menschen sich zum Glück und sehr vorbildlich daran halten zuhause zu bleiben. Dies hat aber auch leider zu Folge, dass Termine abgesagt werden und zurzeit weniger Laufkundschaft in die Läden kommt“, meldet das Unternehmen.

Da es ungewiss sei, wie lange diese Phase anhalten wird, biete es sich genau jetzt an, sich den Dingen zu widmen, für die man sonst einfach keine Zeit findet. Das Team von Koberg & Tente hat nicht nur  die Lagerräume und die einzelnen Büros auf Vordermann gebracht, sondern auch an den geplanten Outdoor-Projekten zum Thema Nachhaltigkeit weitergearbeitet.

Das Team arbeitet gemeinsam an der frischen Luft und baut Hochbeete, einen neuen Drahteselstall für das KT-Team und Nisthilfen für Insekten. Der Innendienst bleibt natürlich besetzt, sodass weitherhin benötigte Waren oder Werkstattbedarf bestellt werden können.

Theo Mahr