Corona-Virus und die Augenoptik

Kurzarbeit, Zahlen, Sonderaktionen

Halten wir fest: In unserer mehr vom Handel als vom Handwerk bestimmten Branche sorgen die Ausbreitung des Corona-Virus und die deswegen verhängten Vorsorgemaßnahmen, insbesondere die Ausgangsbeschränkung, praktisch für einen Totalausfall. „Soll ich mein Geschäft überhaupt öffnen?“, ist eine Frage, die viele selbstständige Augenoptiker umtreibt. Grundsätzlich ist eine Öffnung für Augenoptiker möglich, da die Branche als gesundheitsrelevant eingestuft ist. Die meisten Augenoptiker sind zu einer Art „Notbetrieb“ übergegangen mit  reduzierten Öffnungszeiten und/oder ausschließlich mit telefonischer Terminvereinbarung. Geleistet werden Reparaturen und die Versorgung von Notfällen.

Der Zentralverband der Augenoptiker und Optometristen (ZVA) hat auf seiner Internetseite umfassende Tipps zusammengefasst und aktualisiert diese nach Nachrichtenlage.

https://www.zva.de/

Manche Lieferkette kommt ein wenig ins Stocken, je länger die Corona-Krise dauert. Es gibt aber eine Reihe von Herstellern, die momentan noch völlig unbeeindruckt davon sind. Nachfolgend gibt es Meldungen, die mit Corona im Zusammenhang stehen.

Brillengläser aus Bamberg

„In dieser schwierigen Zeit haben wir umfassende Maßnahmen ergriffen, um unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie auch unsere Kunden und Geschäftspartner zu schützen“, so Ralf Thiehofe, Geschäftsführer von Rupp + Hubrach (R+H). „Wichtiger denn je ist zudem, dass wir partnerschaftlich zusammenstehen und Unterstützung leisten, wo wir können.“

Mit seiner Produktion in Bamberg und guten Lagerbeständen ist R+H derzeit lieferfähig. Der Brillenglasspezialist sorgt für unbürokratische Unterstützung der gesamten Branche: Die Brillengläser können einfach per Telefon, Fax oder E-Mail bestellt werden. Zudem steht das Service-Team von R+H mit Rat und Tat für alle Fragen zu Produkten und zur Bestellung telefonisch zur Verfügung. Auch die Abwicklung ist denkbar einfach: Wenn der Augenoptiker das Brillenglas seines gewohnten Lieferanten nennt oder die Glasbestellung auf dem Originalformular seines Lieferanten faxt, fertigt R+H das vergleichbare Brillenglas aus seinem Sortiment.

Online-Verkäufe als Hilfe für Augenoptiker

„Wir von Emmerich Eyewear haben uns was für unsere Kunden einfallen lassen, wie wir unsere Partneroptiker in dieser Zeit bestmöglich unterstützen können“, schreibt Mike Kofler.  So sehe vielleicht auch der Endkunde vor Ort , dass er seinen lokalen Augenoptiker auf diese Weise unterstützen kann. Wenn der Verbraucher eine Sonnenbrille bei Emmerich online kauft, fließen 25 Prozent des Verkaufspreises an den Partneroptiker im Ort des Käufers.

Eine Schippe drauf legt das kleine Label Einstoffen aus der Schweiz. „Bis 19. April 2020 werden 50 % vom Umsatz jeder Sonnenbrille, die wir online verkaufen, unseren Optikern in der Ortschaft, aus der der Käufer kommt, gutgeschrieben! Bei mehreren Optikern wird gesplittet.“

AKA verschiebt Beitragseinzug

Vorstand und Aufsichtsrat der AKA haben angesichts der auch aus diesem Grund nahezu flächendeckend in der Augenoptik und Hörakustik eingeführten Kurzarbeit entschieden, die Liquidität ihrer Mitglieder schnell und einfach zu schonen.

Die Umlagen U1 und U2 zur AKA sind Teile der Sozialversicherungsbeiträge, die Ende eines jeden Monats fällig sind. Der Beitragseinzug für den Monat März 2020 wird auf den 20.04.2020 verschoben. Bis dahin werden die Unternehmen, die bereits im Monat März mit Kurzarbeit begonnen haben, über die Erstattung des Kurzarbeitergeldes und der Sozialversicherungsbeiträge durch die Arbeitsagentur verfügen. Weiterhin sollten bis zu dem Zeitpunkt auch Liquiditätshilfen und Zuschüsse von Bund und Land an die Betriebe geflossen sein. Die AKA möchte damit vermeiden helfen, dass ihre Mitgliedsunternehmen bezüglich ihrer Beiträge in Vorleistung gehen müssen.

Diese Maßnahme ist pragmatisch, unbürokratisch und für alle Mitglieder sofort wirksam. Sie ist nach Auffassung der AKA genau das, was die Mitgliedsunternehmen jetzt benötigen.

Die AKA hat auch die gesetzliche Möglichkeit einer Stundung der Beiträge in Betracht gezogen. Voraussetzung einer Stundung wäre allerdings, dass die Mitgliedsunternehmen im Zuge der Antragstellung darlegen und nachweisen, dass sie bereits alle zur Verfügung stehenden Maßnahmen zur Krisenbewältigung genutzt haben und es eine besondere Härte bedeutet, die Beiträge zu leisten. Diesen bürokratischen Aufwand möchte die AKA den Unternehmen ersparen. Über den Zeitpunkt des Beitragseinzugs für den Monat April entscheidet die AKA zum gegebenen Zeitpunkt.

Zeit für Fortbildung nutzen

Alcon möchte seine Kunden auch in der aktuellen Situation dabei unterstützen, ihr Kontaktlinsengeschäft erfolgreich weiter führen zu können und die Zeit, in der viele Geschäfte eventuell bereits geschlossen sind oder auf den Notbetrieb umgestellt haben, effektiv  zu nutzen. Jetzt ist endlich mal Zeit für Schulungen und Weiterbildung. Hierzu bietet die ALCON EXPERIENCE ACADEMY™ ab sofort ein ergänzendes Webinar-Programm an. Webinare eignen sich derzeit besonders gut zur gezielten Vertiefung eines Einzelthemas oder zur Auffrischung von Kenntnissen – zu denen sich der Augenoptiker auch einfach und unkompliziert von zu Hause aus einwählen kann.

Kurzarbeitergeld

Vermutlich hat kein aktuell selbstständiger Augenoptiker in den zurückliegenden Jahren Kurzarbeitergeld beantragt. Die Arbeitsagentur aktualisiert fortlaufend ihre Internetseite zu dem Thema. Nur eines vorab: Es ist nicht so kompliziert, wie mancher vielleicht befürchtet, und es gibt längst Corona-Sonderregelungen, die das Verfahren nochmal vereinfachen.

https://www.arbeitsagentur.de/news/corona-virus-informationen-fuer-unternehmen-zum-kurzarbeitergeld

Quarantäne und Fallzahlen

Was tun, wenn Mitarbeiter krank sind oder unter Quarantäne stehen? Das Handwerksblatt hat hierzu einen gut verständlichen Beitrag auf seiner Internetseite platziert.

https://www.handwerksblatt.de/themen-specials/lassen-sie-sich-nicht-anstecken/coronavirus-die-wichtigsten-tipps-fuer-betriebsinhaber

Und wie entwickelt sich alles im Allgemeinen? Lassen Sie sich durch die Flut von Nachrichten nicht verwirren. Bei professionellen Medien und in den sogenannten sozialen Netzwerken stehen den Panikmachern die Verharmloser gegenüber, wie immer bei Themen, die viele Menschen bewegen. Ignorieren Sie möglichst beide Typen. Aus unserer Sicht verlässliche Zahlen zur Entwicklung der Pandemie finden Sie beim Robert-Koch-Institut.

https://experience.arcgis.com/experience/478220a4c454480e823b17327b2bf1d4

Theo Mahr