„Es geht mir darum, die Menschen zu begreifen!“

Bei der Brille & Co. in Dortmund stellte im Januar 2020 erstmals auch Peter Meier aus. Der Innenarchitekt aus Bückeburg fiel dadurch auf, dass er auf recht kleinem Raum die Vielseitigkeit des Ladenbaus, oder besser, die Vielseitigkeit und Leistungsfähigkeit seines Unternehmens darstellte.

Autor | Theo Mahr

Meiers Unternehmen „pm.concept“ ist im Bückeburger Stadtteil Cammer angesiedelt. Das liegt logistisch günstig, kennt aber fast kein Mensch. Nichts in diesem Ort verrät, welche Kraft in dem Betrieb steckt, der auf drei Säulen fußt: Messebau, Ladenbau, Interiors. Letzteres meint insbesondere Praxen, Kliniken, Gastronomie, Empfangs-, Arbeits- und Meetingräume sowie Corporate Design. Eine lange Liste von Referenzen ziert die Internetseite des Unternehmens. „Wir verstehen und gestalten Räume, in denen sich Menschen wohlfühlen und entfalten können, von der ersten Idee über die professionelle Planung und handwerklichen Ausführung bis zur passgenauen Montage“, schreibt Peter Meier über sich und sein 35-köpfiges Team, darunter elf Innenarchitekten.

„Mir geht es darum Menschen und Unternehmen zu begreifen“, beschreibt Meier seine Denkweise. Er will Menschen und Unternehmen weiterentwickeln, nicht umkrempeln. Der Erfolg eines traditionellen Augenoptikers werde durch folgende Faktoren beeinflusst:

  • Weiche Faktoren: Der Mensch, Sympathien, Vertrauen, Umgang, Vermittlung von Kompetenz
  • Leistungsportfolio: Leistungsspektrum, Dienst-leistungen, Service
  • Verkaufsimpulse: Warenkonzept, Marken, Mode, Auswahl, Werbung, Preise
  • Ladengestaltung POS Eine gelungene räumlich-visuelle Umsetzung dieser Faktoren

Ein geschmackloser Laden sei schlimm, meint Meier, aber noch schlimmer sei es, wenn man beispielsweise einem Augenoptiker etwas überstülpen wolle, was nicht zu ihm passt. „Ein Augenoptiker hat eine Persönlichkeit, seine Familie, sein Umfeld – das ist schwieriger zu erfassen als die Ausrichtung eines großen Unternehmens, denn die ist glasklar“, sagt er. Der gelernte Tischler hat nach seiner Ausbildung Innenarchitektur studiert und kennt somit sein Geschäft bis ins Detail.

Die Anforderungen im Ladenbau sind vielfältig: „Wirklich individuell wird es, wenn ich die Geometrie des Ladens verändere“, sagt er und seine Augen leuchten dabei. Wie ein solches Projekt gelingt, auch dafür gibt es Referenzbeispiel auf der Internetseite von pm.concept. Die Vorgehensweise ist dabei immer gleich. „Bereits beim ersten Gespräch versuchen wir Vorstellungen und Anforderungen an die Ladengestaltung herauszubekommen. Es geht es um die Vorstellungen funktionaler Abläufe, individuelle Geschmacksrichtungen und konkrete Ausstattungsanforderungen. Dabei nehmen wir diese Vorgaben nicht blind hin, sondern geben Anstöße, spiegeln ein wenig ‚Betriebsblindheit‘, beraten und entwickeln gemeinsam.“

Einen Monat kalkuliert Meier für die erste Planung ein, einen weiteren Monat für die Details. Danach folgt der Bemusterungstermin, bei dem auf einem kleinen Raum von 3×3 Metern das dargestellt und anfassbar wird, was später im Laden verwirklicht werden soll.

„Wenn die Kunden das sehen, haben die richtig Spaß und freuen sich auf ihr neues Geschäft“, versichert Meier. Das dauert nach dem Bemusterungstermin noch etwa zwei Monate, wobei die Aus- und Einbauzeit variiert. „Alleine für das Austauschen eines Bodenbelags müssen Sie eine Woche rechnen“, rechnet Meier vor, der immer die Wirtschaftlichkeit für seine Kunden im Blick behält. Länger als insgesamt zwei Wochen sollte kein Geschäft geschlossen sein.

Es geht natürlich auch kleiner. „Ich möchte ausdrücklich darauf hinweisen, dass es für eine deutliche Ladenerneuerung nicht immer eine komplette und damit relativ teure Neumöblierung benötigt wird. Wir können auch mit einfachen Mitteln ein Facelift erarbeiten, mit dem sich schon Vieles erreichen lässt. Auch für einen scheinbar notwendigen Bedarf an mehr Fläche lässt sich häufig durch eine geometrische Veränderung und Umstrukturierung eine einfache Lösung finden“, erklärt der Innenarchitekt.