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Eine in der Irisdiagnostik verwendete sektorale Einteilung der Iris nach Organsystemen.
Quelle: Wikipedia. Autor Frigar / F.Garvelmann

Irisdiagnostik medizinisch sinnlos?

Die Iridologie, die zu den alternativen Diagnoseverfahren zählt, will an der Regenbogenhaut des Auges Erkrankungen erkennen und sogar vorhersagen können. Diese Behauptung sei aus medizinisch-wissenschaftlicher Sicht unhaltbar, betonen Augenärzte im Vorfeld des 116. Kongresses der DOG Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft. Die Deutung von Farbe, Flecken oder Furchen an der Iris sei für Diagnosezwecke ungeeignet. Was die Regenbogenhaut wirklich über unseren Körper verrät, erläutern Experten auf einer Vorab-Pressekonferenz am 20. September 2018 in Berlin. Einige krankhafte Veränderungen der Regenbogenhaut können tatsächlich auf Systemerkrankungen des Körpers hindeuten. „Das angeborene Fehlen der Iris etwa kann auf einen Nierentumor hinweisen, Knötchen an der Iris auf eine Trisometrie 21, die Tumorerkrankung Neurofibromatose oder die entzündliche Gewebserkrankung Sarkoidose“, berichtet Frau Professor Dr. med. Nicole Eter, Präsidentin der DOG und Direktorin der Universitäts-Augenklinik Münster. Zudem können sich bösartige Tumoren der Lunge oder der Brustdrüse an der Iris absiedeln. Änderungen der Struktur in Form von Furchen, Streifen, Farbe oder Flecken hingegen besitzen keine medizinische Aussagekraft.