Umbau bei Exler Augenoptik

Modern mit Wohlfühl-Ambiente

Als Erlebnis vor allem für den optischen Sinn darf – oder sollte? – sich ein Optik-Fachgeschäft allemal präsentieren. Und wenn nach einem Umbau ein derartiger Vorher-Nachher-Effekt wie im Fall von Exler Augenoptik im südhessischen Seeheim-Jugenheim hinzu kommt, dann dürften sich nicht wenige Kunden verwundert die Augen reiben: Wo sie früher von Schnur-Gardinen-verhängten Schaufenstern, einer in die Werkstatt hinabführenden Wendeltreppe und unscheinbaren Brillen-Haltern empfangen wurden, lädt seit August 2008 ein lichtdurchfluteter, ebenso ansprechend wie zweckmäßig gestalteter Beratungs- und Verkaufsraum zum Sehen und Staunen ein: Die dargebotenen Brillen werden auf Präsentationsböden mit ausreichend Platz für jedes gute Stück fast bühnengleich ins rechte Licht gerückt. Das Raumkonzept mit einer Einrichtung aus schwarz-braun gebeizter Esche und weißen Lackflächen besticht durch schlichte, bescheidene Eleganz und pfiffige Lösungen für den praktischen Gebrauch.

„Wir wollten es modern, aber nicht steril, sondern mit Wohlfühl-Ambiente“, freut sich Björn Exler (37) über den neuen Auftritt des Unternehmens, der übrigens nach zweieinhalb Wochen Umbauzeit verwirklicht war. Vor vier Jahren hat er das inhabergeführte, seit 35 Jahren am Ort vertretene Geschäft von seinem Vater übernommen. Auch die Kunden, von Jung bis Alt, seien begeistert. „Und der Laden wirkt nun doppelt so groß“, so der Optiker mit Leib und Seele.

Für die Firma Möbel & Raum (Michelstadt), die Planung und Umbau des Geschäftes verwirklicht hat, stellte sich insbesondere der Eingangsbereich mit der Wendeltreppe als Herausforderung dar. „Da konnten die Kunden praktisch kaum sehen, dass es hier um Brillen ging. Treppe und Geländer muteten wie ein Käfig an“, erzählt Andrea Fritz, Innenarchitektin und Geschäftsführerin der Möbel & Raum GmbH. Nun umgeben teilweise verschiebbare Raumteiler aus Sicherheitsglas die Stufen nach unten, und ein Teil dieser Elemente ist mit Böden unterteilt, auf denen Brillen präsentiert werden. Der Kunde blickt in einen freundlich, edel und aufgeräumt wirkenden Raum, in dem nichts ablenkt vom Wesentlichen.
Dieses Wesentliche ins rechte Licht zu rücken, darauf kommt es laut Frau Fritz gerade bei Brillen ganz besonders an: Die mit genügend Abstand zueinander präsentierten Stücke werden von einzelnen Leuchtstoffröhren in den Böden über ihnen ausgeleuchtet. „So kommen die Farben der Gläser und der Fassungen erst richtig raus.“
Weiter fällt der Blick auf eine Theke, an der beraten, bezahlt und während des Wartens auch mal ein Kaffee getrunken werden kann: Zwei elegant gestylte Barhocker unterstreichen das Wohlfühl-Ambiente, das sich weiter hinten im Raum fortsetzt. Dort scheinen die Tischplatten der drei Beratungsplätze zu schweben – sie sind unsichtbar auf einem Stahlwinkel an der Wand abgestützt. Nebeneffekt: So stören keine Tischbeine beim Herumrücken der Stühle. Pfiffig auch: Die Spiegel an den Wänden dort sind verschiebbar, und eine Extra-Ecke mit Brillen für Kinder gibt es ebenfalls.
Die Refraktion als jener wichtige technische Bereich, in dem die Brillengläser gemessen werden, wurde nicht versteckt, sondern bewusst und ganz transparent ins Raumkonzept eingefügt: Glaselemente, teilweise verschiebbar und teilweise mit um die Ecke reichenden Böden unterteilt, ermöglichen dem Kunden Einblicke nach innen und dem dort arbeitenden Personal den Blick in den Verkaufsraum. Als einziger Hingucker neben den Hauptdarstellern – doch mit gebührendem Abstand zu diesen – erfreut eine per RGB-Modul beleuchtete Nische. Das von Rot über Gelb zu Blau changierende Licht lockt besonders am Abend die Schaufenster-Flaneure. An Ladentür sowie einer Wand im Inneren erinnern zwei Logos dezent an den Namen des Geschäftes – Markenzeichen mit Wiedererkennungseffekt.
Drei große, runde Leuchten oberhalb der Beratungsplätze lockern die sonst sehr klare, aufgeräumte Optik des Geschäfts auf. Und bei der Gestaltung der Fußböden haben sich Exler und die Michelstädter Ladenbauer auf Steingranulat im Eingangsbereich sowie ein Massivholzparkett in Räucher-Eiche für weiter hinten geeinigt. Letzteres macht einen edlen Eindruck und harmonisiert mit der Einrichtung in Weiß und Schwarz-Braun. Das Steingranulat, welches in den Boden eingespachtelt wird, gilt als pflegeleichte und robuste Trittfläche. „Und damit konnten wir den Abgang zur alten Treppe hin richtig schön renovieren“, schildert Andrea Fritz weitere Vorzüge dieses Werkstoffes.