Filia76, Kassel

Mehr Eigenleistung geht nicht

Alle fünf Jahre zeigt sich die Weltkunstausstellung documenta in Kassel und versprüht mit ihren Gästen aus aller Welt ein internationales Flair. Ebenso urban präsentieren Augenoptikmeisterin Claudia Weber und ihr Team nach einem lange überfälligen Standortwechsel ihr neues Geschäft „Filia76“ in der Innenstadt Kassels.

Von einem Geheimtip in einer versteckten Seitenstraße entwickelte sich Filia76 innerhalb von 13 Jahren immens, so dass eine Vergrößerung und ein repräsentativerer Auftritt unabdingbar waren. Und das Beste: Die designaffine Augenoptikerin und ihr Mann entwarfen das Interieur kurzerhand selbst, ohne Architekt, Bauleiter oder Ausbaufirmen.

Den gesamten Ausbau meisterte Frank Weber allein in drei Monaten „Powerworking“. So wurden 500 Kilo Betonplatten auf der Baustelle gegossen, 250 Jahre alte Eichenbalken recycelt und ein riesiger Brillenschrank angefertigt. Trockenbauwände wurden gestellt, Deckenlampen umlackiert, Tische geschweißt, eine Werkstatt und ein angenehm großer Bereich für die Augenmessungen eingerichtet. Sogar der Fußboden im Industrielook ist eine Eigenrezeptur und wurde von dem Optikerteam eigenhändig vergossen.
Ein cleveres Arrangement aus Spiegeln und Glasoberflächen, mit Licht durchflutet – eine Symbiose aus klaren Linien, Stahl, Beton und altem Eichenholz – auf diese Art präsentiert sich die Qualität der ausschließlich internationalen independent Labels perfekt.
Der Erfolg gibt Claudia Weber Recht, ebenso die Berichterstattung in zahlreichen Design Blogs und Fachzeitschriften.
Langweilig wird es der Augenoptikerin nie, alleine durch ihr soziales Engagement – siehe den Bericht über ihr Projekt in Mali in der letzten Ausgabe (DER AUGENOPTIKER 03/15). Es ist also noch so manches aus Kassel zu erwarten.