Refraktion auf kurzer Entfernung

Auf der opti 2019 stellte die Deutsche Augenoptik AG einen neuen Weg der Refraktion auf kurzer Entfernung vor. Wie ist das zu leisten, besonders bei kleinen Refraktionsräumen? Durch eine sphärische sowie eine prismatische Linse wird der Entfernungsfehler bei der Refraktion kompensiert.

Bisheriges Vorgehen

Der Fernabgleich nach einer Refraktion – im Optikerjargon auch „Fenstertest“ genannt – findet oft nur vor dem Fenster mit Blick auf die Straße statt. Munter wird ¼ dpt. in die drückende Messbrille geschoben und mit dem Kunden gemeinsam beschlossen diese zur Sehschärfenbestimmung dazu zu geben oder eben nicht – je nach Laune und momentaner Verfassung des Kunden. Der weiß nicht so recht was für ihn „ins Unendliche“ schauen bedeuten soll – soll er das Verkehrsschild in 10 m Entfernung betrachten oder aber doch lieber den Streit zwischen zwei Fußgängern am Schaufenster Zwei Meter gegenüber?

Mit dieser zugegeben sehr vagen Entscheidung bestellen Sie nun besten Wissens und Gewissen ein Gleitsichtglas, das individualisiert und hochoptimiert mit nicht wenigen Euro bezahlt werden muss. Eine Entscheidung, die eventuell langwierige Nachbesserungen, Reklamationsgespräche und am Ende sogar abdriftende Kunden bedeuten kann.

Die Fehler

Da der Refraktionsraum selten groß und weit genug ist für eine echte „Unendlich“-Simulation werden die meisten Refraktionen mit Hilfe von Spiegel durchgeführt. Fehler sind hier vorprogrammiert und auch berechenbar.

  • Bei 4,0 m Abstand 0,250 dpt. Refraktionsfehler
  • Bei 5,3 m Abstand 0,189 dpt. Refraktionsfehler
  • Bei 6,7 m Abstand 0,149 dpt. Refraktionsfehler
  • Bei 7,8 m Abstand 0,128 dpt. Refraktionsfehler

Hinzu kommt, dass jeder Glashersteller, der etwas auf sich hält, das wirklich Letzte aus der derzeitigen Gleitsichttechnologie herausholen möchte. Klar, dass da 1/4 dpt nahezu lächerliche groß ist. Hier müssen schon auf 1/8 exakte Refraktionswerte geliefert werden, damit die tatsächlich enthaltene Leistung der HighTech-Gläser auch voll ausgeschöpft werden kann. Mittlerweile gibt es Hersteller, die sogar die 1/100 dpt als Refraktionswert erfassen – aber, hierbei darf nicht vergessen werden, dass das nicht mit der derzeit möglichen Fertigungsgenauigkeit konform geht.

Fakt ist – das Fundament aller Berechnungen ist und bleibt die Fernrefraktion – egal, wie unorthodox diese auch zustande gekommen ist. Fakt ist auch – je genauer der angegebene Wert bei der Bestellung ist, desto besser ist das Ergebnis, dass dabei rauskommt – selbst wenn 1/100 Genauigkeit fertigungstechnisch nicht oder noch nicht realisierbar ist.

Die Lösung

Und beim Schaffen einer präzisen Basis für Ihre Bestellung kommt Refinity ins Spiel. Die für den vorhandenen Refraktionsraum gefertigte sphäroprismatische Speziallinse bildet das Sehzeichengerät tatsächlich schon ins Unendliche ab – völlig ohne Spiegel.

Der in der Augenglasbestimmung geforderte Vier-Meter-Mindestabstand ist damit nicht mehr notwendig. Das Sehzeichengerät kann auch 2 m vor dem Kunden stehen und es gibt keinerlei Kompromisse – außer, ordentlich zentriert muss der Phoropter sein – ansonsten ist mit Refinity ein völlig exaktes Messen im Unendlichen endlich möglich – für jedermann.