Fendi

Purer Luxus bei Pelz & Co.!

Sehr einfach haben die Fendis einmal angefangen: mit einem kleinen Pelz-Salon, den Adele und Edoardo Fendi 1925 in Rom eröffneten. Erst ihre Töchter vergrößerten das Unternehmen und machten es international bekannt. Heute unterhält man weltweit über achtzig eigene Boutiquen. Ziel der derzeitigen Strukturerneuerung ist, die Exklusivität der Marke zu stützen: Die neue Herrlichkeit bei Pelzen, Lederwaren und Accessoires, Damen- und Herrenmode ist hauptsächlich für eine gutbetuchte Klientel erschwinglich, die mal eben im Privatjet nach Rom geflogen kommt, um sich von den Meister-kürschnern ihren edlen Pelz anfertigen zu lassen.

Das Stammgeschäft in Roms Via Borgognona ist die Superschmiede für kuschelige, flauschige Kostbarkeiten. Wer bis zu 200.000 Euro für ein handgefertigtes Prachtexemplar ausgeben kann, wird in stilvollem Ambiente nach allen Regeln der Kunst bedient. Damit steht der historische Fendi-Firmensitz wegweisend für die neue Philosophie und Markenpolitik, die inzwischen durch den französischen Mehrheitsaktionär, die Louis Vuitton Gruppe, (LVMH hält 66,9 Prozent) mitbestimmt wird.

Die Führung im Luxusmarkt im Visier
Gian Carlo Di Risio, seit gut einem dreiviertel Jahr neuer Fendi-Geschäftsführer, ging die notwendigen Kurskorrekturen an. Im Visier hat der Manager eine Leaderposition im Luxusmarkt. Vorgesehen sind sowohl der Ausbau des Retailergeschäftes mit der Eröffnung neuer Flagshipstores, als auch eine rigoros qualitätsorientierte Markenpolitik. Bei den Pelzkreationen wird deshalb unterschieden zwischen Alta Moda und Pret-à-porter. Eine zusätzliche Herausforderung für Stardesigner Karl Lagerfeld, der seit 1965 neben der Pelz- auch die Fendi-Damenkollektion entwirft.
Für den absoluten Exklusivitätsanspruch steht darüber hinaus die Range der Lederartikel, die rund 60 Prozent des Umsatzes ausmacht. Verantwortlich für das Styling ist seit Anfang der Neunziger Jahre Silvia Venturini Fendi, die Tochter von Anna Fendi, die auf sehr unkonventionelle Art das Design revolutionierte. Eine ihrer originären Ideen, die sich erfolgreich verkauft ist „la baguette“. Schmal, rank, wohlgeformt, vom urfranzösischen Mythos des Stangenweißbrots inspiriert, steht dieses Handtaschenmodell als Kultobjekt und Luxusaccessoire bei der Damenwelt hoch im Kurs.
Zwei der fünf Fendi-Schwestern bekleiden heute noch eine aktive Rolle im Unternehmen: Anna Fendi als Beraterin des Designteams und Carla Fendi, die sich als Präsidentin der Gruppe natürlich Gedanken über die Zukunft der Modemarke macht.
Angela Mrositzki, Korrespondentin für das Magazin „DER AUGENOPTIKER“ in Italien, sprach mit Carla Fendi über Mode, Brillen und deren persönlichen Stil …