Strategische Positionierung. Marktführer werden - DER AUGENOPTIKER
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Strategische Positionierung

Marktführer werden
Strategische Positionierung

„Arbeiten Sie doch einmal an, statt in Ihrem Unternehmen.“ Diesen provokanten Aufruf macht Jörg Gehrmann, zertifizierter Strategieberater und praxisorientierter Vertriebsprofi. Wie das funktionieren kann, zeigt das folgende Beispiel.

Vielleicht kennen Sie Thomas?
Thomas Müller! Natürlich kennen Sie ihn. Den Chef von Optik Müller, in der Hauptstraße in Ihrer benachbarten 20000-Einwohner-Stadt.

Für alle, die ihn nicht kennen sollten: Thomas Müller ist mein Bekannter. Er ist der Inhaber eines bodenständigen Augenoptikbetriebes, seit mehr als 20 Jahren selbstständig, zwei fest angestellte Mitarbeiter. Letztes Jahr hat er noch ausgebildet, konnte seinen Auszubildenden aber leider nicht übernehmen, da seine Brillen-Stückzahlen in der letzten Zeit immer mehr zurückgehen. „Aber der Umsatz ist gar nicht so schlecht!“ bekräftigt er. Immerhin geben die Kunden immer mehr für eine neue Brille aus. Und seitdem er das neue Gerät zur Vermessung von Wellenfronten von dem Glashersteller hat, ist sein Durchschnittspreis sogar noch weiter gestiegen.
„Alles in allem, kein Grund zu klagen“. Er lächelt.
Engelchen und Teufelchen
„Wenn da nicht ein kleines Teufelchen wäre,“ sagte er weiter. Es sitzt ihm auf der Schulter und flüstert in sein Ohr: „Wenn das mit den Stückzahlen so weitergeht, dann sitzt Du eines Tages noch allein im Laden. Und in Urlaub fährst du auch nicht mehr, weil Du nicht mehr heraus kommst.“
Aber da gab es auch das Engelchen auf der anderen Schulter, das nicht müde wurde zu betonen: „Nicht so schlimm, den Menschen geht es ja nicht mehr so gut, und die Filialisten verkaufen auch immer mehr. Und für das Internet, da kannst Du ja auch nichts. Vielleicht sprichst Du mal mit Paul, der kennt sich doch mit Internet aus. Vielleicht kannst Du mal selbst einen Internetshop machen!“
Doch da meldete sich wieder sein Teufelchen: „Wie hochwertig kannst Du denn noch verkaufen? Kannst Du damit die Rückgänge in den Stückzahlen auffangen? Wenn das so weitergeht? Wie viel musst Du denn noch investieren, um noch höherwertiger zu verkaufen? Und umbauen müsstest Du auch mal wieder. Wenn Du das von Deinem Umsatz nicht mehr finanziert bekommst? Und im Nachbarort hat jetzt auch noch der dritte Filialist eröffnet.“
Erwähnen möchte ich, dass auch in seiner Heimatstadt vor wenigen Jahren ein dritter Optiker eröffnet hatte. Zudem gingen Gerüchte um, dass Klaus Meyer, der bei seinem Konkurrenten Optik Schulz gelernt hat, und gerade auf der Meisterschule war, sich auch noch in seinem Ort selbstständig machen wollte. „Tja“, sagte er „und ich habe gedacht, die Anzahl von Augenoptikbetrieben würde irgendwann einmal abnehmen.“
„Alles in allem aber kein Grund zu klagen“, so bestätigte er mir, obwohl er sich inzwischen fragte, ob das Teufelchen in Wirklichkeit nicht doch ein Engelchen und das Engelchen in Wirklichkeit nicht doch ein Teufelchen ist.
Stillstand ist das Ende von Gut sein
Als wir über seine Stückzahlen, seine Durchschnittspreise und seine Ertragssituation sprachen, die für ihn zufriedenstellend waren – fragte ich ihn, was er sich für die Zukunft wünschen würde. Wo würde er sich gerne verbessern? Was vermisste er? Seine Antworten waren von Stückzahlsteigerung, über Kontaktlinsen ausbauen, Geschäftsumbau bis hin zu noch besser verkaufen sehr vielfältig.
Meine Frage: „Welche Konsequenzen hätte es, wenn Du Deine Ziele in zwei, drei oder fünf Jahren nicht erreichst?“ war nicht lösungsorientiert, machte ihn aber doch nachdenklich. Haben Sie sich schon einmal diese Frage gestellt: „Was wäre, wenn ich meine Ziele in einigen Jahren nicht erreiche?“
So entschieden wir uns strategisch vorzugehen und seine Marktposition zu sichern, möglichst sogar auszubauen. Darf ich Sie einladen, uns auf diesem Weg zu folgen?
Der Wettbewerb wird härter und die Chancen gleichzeitig größer
In der Zeit ,in der unsere Welt immer enger zusammenrückt, wird der Wettbewerb durch die Markt- und Werbemacht einiger weniger Unternehmen gekennzeichnet. Dabei wird es immer schwieriger sich am Markt zu behaupten. Das war die schlechte Nachricht.
Die gute Nachricht ist, dass es noch nie so viele Marktchancen gegeben hat wie heute. Es ist zwar nicht leicht seine Nische vor Ort zu finden, gleichzeitig haben Ihre Kunden/innen immer unterschiedlichere Interessen und dadurch immer mehr Bedarf an individuellen Lösungen.
Ich möchte Ihnen, so wie meinem Bekannten, Mut machen zum Spezialisten für eine von Ihnen angebotene Problemlösung in Ihrer Stadt oder in Ihrer Region zu werden. Sichern Sie sich Ihre Position durch strategische und nachvollziehbare Planung. Entwickeln Sie Ihre individuelle Strategie, die Ihnen neue Impulse gibt und Ihr Unternehmen gemeinsam mit Ihrem Team sanft aber stetig auf den Erfolgskurs setzt.
Viele (Filial-) Unternehmen wachsen heute überproportional und können sich aufgrund Ihres Wachstums nicht mehr auf die individuellen Engpässe (d.h. Anforderung) Ihrer Kunden konzentrieren. Je größer diese Unternehmen werden, um so vielfältiger werden die Nischen, die sie nicht besetzen können. Arbeiten wir gemeinsam Ihre Stärken und Potentiale heraus, so dass Sie sich am Markt abheben und ihre Wunschkunden finden können.
Marktführerschaft und Spezialistentum ist möglich, so lange Sie sich auf den brennendsten Wunsch Ihrer Kunden und auf Ihre Stärken konzentrieren. Arbeiten Sie an Ihren Stärken und finden Sie heraus, welche Kundenwünsche Sie besser als Ihre Wettbewerber erfüllen können.
Es ist besser der „Erste Problemlöser und Spezialist“ in seinem Dorf, seiner Stadt zu sein, als der Dritte in seiner Region.
Wenn Sie sich in einem Preis- und Verdrängungswettbewerb befinden, kann Ihnen die folgende Checkliste helfen Ihre unverwechselbaren Kernkompetenzen zu finden, die das gemeinsame Grundbedürfnis Ihrer Wunschzielgruppe erfüllt.
Arbeiten Sie nun an Ihrem Unternehmen und nicht in Ihrem Unternehmen. Nehmen Sie sich etwas Zeit, einen Stapel Blätter und Stifte und arbeiten Sie an Ihrem Erfolg. Arbeiten Sie möglichst schriftlich, nur dann entfaltet sich die Kraft Ihrer Gedanken richtig.
Wie sagte Estée Lauder einmal: „Ich habe nie an Erfolg geglaubt. Ich habe immer dafür gearbeitet.“
1. Was ist Ihre Geschäftsidee?
Starten Sie noch einmal ganz von vorne. Sinn Ihres Unternehmens ist es, eine Lösung für ein Problem zu bieten, das mögliche Kunden vereint. Im Idealfall ist dieses Problem bei vielen Kunden dauerhaft, brennend und gleichartig vorhanden und kann nicht durch andere Unternehmen oder Lösungen behoben werden.
Beschreiben Sie Ihre Geschäftsidee beginnend mit der Schilderung des Problems und mit der Lösung, die sie dafür vorschlagen. In der Regel ist dies Ihre Geschäftsidee.
Stellen Sie sich folgende Fragen:
  • Erfüllt meine Geschäftsidee ein oder mehrere Kundenbedürfnisse?
  • Erkennen meine Kunden, dass Sie ein Problem haben? Oder muss ich ihnen das Problem erst bewusst machen?
  • Wird dieses Problem in Ihrem Zielmarkt bereits durch jemanden an Ihrem Markt gelöst?
  • Gibt es dieses Produkt oder meine angebotene Dienstleistung in seiner Art bereits?
2. Ermitteln Sie Ihre Engpässe
Notieren Sie alle Probleme und Engpässe, die auf Sie wirken, zum Beispiel:
  • zu wenig Aufträge
  • kein oder falsches Know-how
  • Eigenkapital
  • Kreditwürdigkeit
  • Bekanntheitsgrad bei den potentiellen Kunden
  • Konjunktur
  • Gesetzgebung / Sparmaßnahmen der Regierung
  • gesundheitliche Einschränkungen
  • Region
  • Mitarbeiter
  • Schulden
  • etc.
Beachten Sie: Beispielsweise sind zu wenig Aufträge zumeist nicht der Engpass selbst, sondern oft nur die Spitze des Eisberges. So sind es oft zu wenig Kunden, die die Waren kaufen. Vielleicht wird ein schlechtes Produkt oder unausgereifte Dienstleistung angeboten? Oder die Waren zielen nicht genau genug auf den Engpass, das Problem der Kunden.
Ihre Abhängigkeiten
Sehen Sie Abhängigkeitsverhältnisse, die Ihre Entscheidungsfreiheiten einschränken? Dies könnten Abhängigkeit an Hersteller, beteiligten Gesellschaftern, Vermietern, Mitarbeitern, Know-how oder Lizenzträgern oder gar Kinder und Familie sein.
Aus den Abhängigkeiten und Engpässen resultieren Ihre drei größten Schwächen. Sollten mehrere Punkte gleich wichtig erscheinen, so notieren Sie sich auch diese. Zuerst müssen Sie sich über die Engpässe im Klaren sein, um andere Wege sicher gehen zu können.
3. Ihr Angebot
Welche Produkte und Dienstleistungen und bieten Sie an? Führen Sie diese minutiös auf.
Dann notieren Sie alle Stärken, wie zum Beispiel:
  • Besondere Fähigkeiten
  • Kenntnisse im Gesundheitsbereich
  • Ihre Produkte
  • Ihre Dienstleistungen
  • Ihre Serviceleistungen
  • Kenntnisse aus eigenem privaten Bereich
  • Lage, Erreichbarkeit, Fertigungszeit
  • Spezielle Angebote, die nur Sie haben
  • Beziehungsfähigkeit
  • Führungskompetenz
  • Image
  • Kundenorientierung
  • Empathie
  • technische Fähigkeiten und Fertigkeiten
  • Planungskompetenzen
  • Organisationstalent
  • Betriebswirtschaftliche Kenntnisse
  • u.s.w.
Ihre größten Stärken
Seine Stärken zu benennen ist meist deutlich angenehmer, als nach Schwächen zu suchen. Gleichzeitig fällt es vielen Menschen schwerer. Markieren Sie die drei größten Stärken aus den vorangegangenen Punkten. Sie haben viele Stärken, die Ihnen wichtig sind? Um so besser: Die Kombination von Fähigkeiten und Fertigkeiten macht Sie gegenüber anderen Menschen einzigartig.
4. Sie sind nicht allein: Ihr Wettbewerb
Denken Sie jetzt über Ihre Wettbewerbssituation nach. Wer sind Ihre aktuellen und künftigen direkte Wettbewerber in Ihrem Marktsegment, sowie indirekte Wettbewerber, die bereits in Teilbereichen Ihr Angebot berühren.
So hat ein Kino nicht nur andere Kinos als Wettbewerb, sondern auch die Erlebnisgastronomie, denn das gemeinsame Grundbedürfnis der Kunden kann vielleicht der Zeitvertreib durch ein audiovisuelles Erlebnis sein.
Notieren Sie die wichtigsten Konkurrenten namentlich.
Es geht hierbei nicht um größte Genauigkeit, denn es kann später sein, dass sich der Wettbewerb verschiebt, wenn Sie Ihre Zielgruppe und Ihr Angebot genau formulieren. Einen Überblick sollten Sie aber auf jeden Fall bereits haben. Für das Ergebnis gilt: Besser schnell und etwas ungenauer, als gar kein Ergebnis, weil Sie es zu genau möchten.
Wettbewerbs- positionierung
Notieren Sie alle Ihre Stärken untereinander und zeichnen Sie neben jeder Stärke einen waagerechten Balken. Auf diesem Balken markieren Sie Sie, wie Sie Ihre Stärke im Vergleich zu Ihren Wettbewerber einschätzen. Hier eignet sich eine Skalenlänge von 1 bis 10. „0“ steht für „gar nicht relevant“, „10“ steht für „hier kann mir keiner das Wasser reichen“.
So entsteht ein deutliches Leistungs- und Stärkenprofil für Sie und für Ihre Wettbewerber. Im zweiten Schritt markieren Sie, wie wichtig diese Stärke und das Produkt für Ihre Zielgruppe ist. Idealerweise befragen Sie hierzu einige Vertreter Ihrer Zielgruppe. (Abb. 1)
Sie sind etwas Besonderes: Ihre Alleinstellungsmerkmale (USP)
Jetzt heißt es: Seitenwechsel. Stehen Sie auf, schütteln Arme und Beine und setzen sich auf die andere Seite des Tisches. Jetzt sind Sie Ihr eigener Kunde. Arbeiten Sie Ihre einzigartigen Kundennutzen (USP = Unique Selling Proposition) systematisch heraus.
Früher ging man immer von einem Alleinstellungsmerkmal aus, heute spricht man lieber von einem Unterscheidungsmerkmal. Die Kernfrage lautet: „Warum sollte ich bei mir kaufen? Warum soll ich mich für die Firma XYZ entscheiden und nicht für den Wettbewerb?“ Denken Sie nach. „Weil ich gut berate!“, ist nicht ausreichend. „Weil ich die leichtesten Brillen der Region fertige!“, vielleicht schon eher.
Was nutzt es, wenn es niemandem nutzt: Der Kundennutzen
Jetzt folgt der wichtigste Punkt im gesamten Prozess. Dafür sollten Sie sich ausreichend Zeit nehmen: Fragen Sie sich: „Welchen Nutzen hat mein Kunde von meinem Alleinstellungsmerkmal? (Abb. 2)
Sie sind besser als der Wettbewerb in einigen Punkten? Gratulation. Aber was hat Ihr Kunde davon?
Ein Beispiel: Ihre Stärke ist „Gute Beratung“. (Wer behauptet das eigentlich nicht von sich?). Sie können Ihre gute Beratung sogar durch Kundenumfragen, Zufriedenheitsabfragen und Testimonials beweisen (z.B. auch Qype etc.). Oder Sie haben Schulungen besucht und Zertifikate belegen dies. So können Sie sogar beweisen, dass Sie eine bessere Beratung leisten als Ihr Wettbewerb.
Die Frage aber bleibt: Was hat Ihr Kunde davon, dass Sie Ihn so gut beraten?
Auf diese Frage habe ich schon fast alle möglichen Antworten bekommen. Ganz selten allerdings diese: Ein Erlebnis, das meinen Kunden emotional berührt, und dass er emotional sicher ist, das richtige Produkt gewählt zu haben.
Die moderne Neurowissenschaft hat nachgewiesen, dass Emotionen uns bewegen und alle Informationen, die keine Emotionen auslösen, für unser Unterbewusstsein und unser so genanntes limbisches System wertlos sind.
Um das übliche Emotionssystem in Gehirn auszuschalten, gibt es nur drei Möglichkeiten:
  • 1. Hypnose
  • 2. Narkose
  • 3. Rabatte
Wobei die letzte Variante betriebswirtschaftlich die schlechteste Alternative ist.
Eine herkömmliche gute Beratung ist heute eine Grundvoraussetzung. Sie wird allerdings kaum einen Kunden emotional bewegen. Um Emotionen auszulösen, benötigen sie eine emotionale Bildsprache, die auf den limbischen Emotionstyp abgestimmt ist. Wie das geht, lesen Sie in einer der folgenden Ausgaben von „DER AUGENOPTIKER“.
Werden Sie der/die Spezialist/in für positive emotionale Reize – werden Sie zum Einkaufshelfer für Ihre Kunden und nicht nur der/die gute Berater/in. Ihre Kunden kommen nicht zu Ihnen, weil Sie sie gut beraten haben, sondern weil Sie bei Ihnen gute und positive Emotionen ausgelöst haben. Egal, ob Ihnen das unbewusst oder bewusst gelungen ist. Idealerweise sollten Sie aber Ihren Beratungs- und Verkaufserfolg vom Zufall befreien.
5. Marktsegment
Spezifizieren Sie nun Ihre bereits vorhandenen Marktbeziehungen, Ihren Kundenstamm, die Umsatzzahlen und auch konkreten Nachfragen nach Produkten und Dienstleistungen.
Wo wollen Sie hin? Ihr Wunsch-Markt
Es ist Wunschzeit: Wo wollen Sie hin? Was ist die erfolgsversprechendste Zielgruppe?
Fragen Sie sich:
  • „Welche Märkte und/oder Zielgruppen möchte ich mittelfristig erreicht haben?
  • „Wie groß soll mein Marktvolumen sein und welche Beziehungen möchte ich haben?“
  • „Wie sehen diese Kunden genau aus?“
Um diese Frage leichter zu lösen, hilft Ihnen ein morphologischer Kasten. (Abb. 3 + 4)
Die wichtigsten Zielgruppen
Welche Zielgruppen haben Sie gefunden? Kommen diese für eine Spezialisierung oder gar Neugründung in Frage?
Notieren Sie alle möglichen Zielgruppen, die Ihnen erfolgsversprechend erscheinen. Argumente wie: „Es hat keinen Zweck diese Zielgruppe anzuschreiben, weil bereits jemand diese Zielgruppe hat!“ lassen Sie bitte zuerst außen vor.
Die wichtigsten Probleme der Zielgruppe
Im nächsten Schritt gilt es zu ermitteln welches gemeinsame Problem, welchen gemeinsamen Engpass diese Zielgruppe hat.
Ein Beispiel: Als Inhaber eines Malerbetriebes haben Sie zum Beispiel die Zielgruppe „ältere Menschen“: Diese Zielgruppe ist vielleicht nicht mehr in der Lage ihre Möbel vor einer Renovierung selbst ab und wieder aufzubauen. Daraus ergeben sich ganz besondere Lösungsansätze. Natürlich könnten auch noch andere Engpässe in dieser Zielgruppe auftreten.
Wie wichtig ist das Problem Ihrer Zielgruppe?
Wie stark schätzen den Druck aus, den dieses Problem bei Ihrer Zielgruppe auslöst? Wie hoch ist die Relevanz für Ihre Zielgruppe?
Bewerten Sie die gefundenen Probleme mit „+“, „++“, „+++“ und „ – “. In unserem Fall des Malers vielleicht mit „++“.
Besondere Problemlösungen (USP´s)
Jetzt heißt es kreativ sein. Welche Problemlösungen können Sie für diese Probleme, die für Ihre Zielgruppe relevant sind, anbieten.
Worin beruht der einzigartige Kundennutzen (USP) im Vergleich zum Wettbewerb?
Unser Maler könnte vielleicht einen Ab- und Aufbauservice mit anbieten, oder könnte mit einem Umzugsunternehmen kooperieren, das die Möbel abbaut, kurzfristig einlagert und dann wieder aufbaut.
Machen Sie nicht alles selbst, was andere besser können Sie müssen nicht alle Lösungen selbst anbieten können. Dazu können Sie mit Kooperationspartnern zusammenarbeiten. Wichtig dafür: Beide Kooperationspartner müssen einen Vorteil davon haben, und die Kernangebotsgebiete sollten sich nicht überschneiden.
Idealerweise sind die Kooperationspartner Besitzer der gleichen Zielgruppe. So könnte der Umzugsunternehmer auch direkt Malerarbeiten in Kooperation anbieten. Denn wer umzieht, benötigt meist Malerarbeiten. Sei es in der alten oder in der neuen Wohnung.
Wenn sich unser Maler als Spezialist für diese Zielgruppe darstellt, wird er sicherlich einen deutlich größere Auswahl an Tapeten, Farben und Serviceleistungen anbieten, als andere Betriebe. Er kann dann seinen Spezialistenstatus festigen. Aus diesem Spezialistenstatus werden ganz automatisch immer wieder neue Innovationsideen entstehen.
6. Marktstrategie
Nachdem Sie Ihre Zielgruppe definiert, das Problem der Zielgruppe beschrieben, deren Lösungen und den Nutzen dafür herausgearbeitet haben, schauen Sie jetzt noch mal genau auf Ihre Stärken und Ihr Angebot. „Welche Produkte und Dienstleistungen passen dazu? Was biete ich bereits, einzeln oder in Kombination, damit dieser relevante Engpass behoben werden kann?“.Um eine Chancen- und Risikobewertung zu machen, hilft Ihnen eine SWAT-Analyse. (Abb. 5)
Ohne Preis kein Fleiß
Klären Sie die Preisstrategie (hochpreisig, Einführungspreise, Verdrängungspreise usw.) für die wichtigsten Produkte und Dienstleistungen. Zudem sollten Sie sich Gedanken über Ihre Vertriebspolitik machen. Versandhandel, Multi-Channel-Marketing mögen hier nur zwei Stickworte sein.
Hallo? Jemand da?
Wer auf den Markt will, muss laut rufen. Wie und auf welchen Wegen wollen Sie das tun?
  • Public Relation
  • Werbung
  • Medien
  • Vorträge
  • Internet
  • Soziale Netzwerke
  • Persönlicher Verkauf bei Kunden vor Ort
  • etc.
Darum teste, wer sich ewig bindet
Machen Sie zuerst einen sanften Markttest, bevor Sie viel Geld falsch investieren. Stellen Sie Ihr Konzept immer erst langsam um, ohne Ihren sicheren Hafen ganz zu verlassen. Wenn sich die ersten Teilerfolge einstellen, bauen Sie Ihr Angebot immer weiter aus.
Welche Produkte/Dienstleistungen werden bei welchen Preisen nachgefragt? Wie erreichen Sie Ihre Kunden am besten, wo und wie informieren sich die Kunden nach Produkten und Dienstleistungen aus Ihrem Angebot?
Ausruhen gilt nicht
Alle Produkte und Dienstleistungen unterliegen einem Lebenszyklus. Welche Ideen nach neuen Anwendungen, Produkten oder Innovationen haben Sie heute schon? Wie komme ich zu neuen Ideen und Verbesserungen?
Sie müssen nicht immer jedes Rad neu erfinden. Schauen Sie sich auf dem Markt um. Vielleicht gibt es auch die Möglichkeit aus bestehenden Einzelteilen oder bereits existierenden Dienstleistungen zusammen mit Ihren individuellen Stärken und Möglichkeiten etwas ganz Neues oder etwas Besseres entstehen zu lassen.
7. Der Startschuss
Sie haben es fast geschafft. Jetzt gilt es. Schon Erich Kästner sagte: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!“ Ran an die Arbeit und ran an den Erfolg.
Schlussworte
Das war ein hartes Stück Arbeit. Wie sagt schon eine alte Chinesische Weisheit: „Es gibt kein Recht auf Erfolg. Man muss ihn sich erarbeiten.“
Wenn Sie aktiv mitgearbeitet haben, sind Sie ein gutes Stück weiter und haben Ihre Kernkompetenzen herausgearbeitet. Herzlichen Glückwunsch dazu, damit sind Sie weiter als die meisten Unternehmer. Sie haben an Ihrem Unternehmen gearbeitet, und nicht in Ihrem Unternehmen.
Sie haben nun einen Fahrplan an den Sie Ihr Unternehmen ausrichten können und verbessern können.
Ach ja. Mein Freund Thomas Müller. Manchmal spielen Zufälle oder eine persönliche Betroffenheit eine Rolle. Seine Frau hatte eine kleine verfärbte Hautstelle auf dem Nasenrücken. In der nahegelegenen Hautklinik wurde ein gutartiger Hauttumor diagnostiziert. Durch diese persönliche Betroffenheit erwarb er zu dieser Zeit einmal Kenntnisse auf dem Bereich leichter Brillen mit individuellen Nasenauflage, als auch bei Schläfenbrillen. Diese Stärke, er dachte zuerst gar nicht mal daran, baute er strategisch aus und heute ist er der Spezialist für die leichtesten und hautschonendsten Brillen mit individuellen Nasenauflagen in seiner Region. Anzeigen in Presseorganen von Selbsthilfegruppen unterstützen seinen Ruf. Kunden fahren inzwischen aus großer Entfernung zu ihm, schätzen seine Erfahrung, Empathie und Auswahl.
Wie sagte er letztens zu mir: „Alles in allem, kein Grund zu klagen und jetzt weiß ich: Das Teufelchen war mein Engelchen.“
Zu schön um wahr zu sein? Vielleicht. Haben Sie den Mut, Ihre eigenen Stärken zu finden und diese ständig auszubauen. Versuchen Sie nicht mit ganzer Energie Ihre Schwächen auszumerzen. Konzentrieren Sie sich nur auf die Schwächen, die Sie daran hindern das Problem Ihrer Zielgruppe zu lösen.
Sie sollten nicht versuchen Ihre Produkte und Dienstleistungen Ihren Kunden anzubieten, die sie in Gruppen eingeteilt haben. Fragen Sie sich stattdessen immer, welches Problem Sie bei Ihrer Zielgruppe lösen können und richten Ihre Produkte und Dienstleistungen dann darauf aus.
Stärken Sie Ihre Stärken. Die Kombination Ihrer Stärken, und seien sie im ersten Moment für Sie noch so unbedeutend, machen Sie einzigartig.
Mit der richtigen Strategie werden Sie erfolgreich sein und Ihr Unternehmen in eine stabile Zukunft führen.
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