Bild: Dmytro Flisak/fotolia.com
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SERVICEARTIKEL

Viele Wege führen zu besserem Sehen

So mancher Augenoptiker kennt das Szenario, wenn die kleinen Kunden mit aufmüpfigem Ausdruck zwischen den Eltern und dem Optiker hin und her sehen und verkünden, dass sie keine Brille wollen. Doch auch Jugendlichen und Erwachsenen geht es so. Es gibt durchaus Gründe, warum die Brille als unangenehm oder störend empfunden werden kann. Augenoptiker müssen nun eine gemeinsame Lösung finden, die auf die Sehschwäche der Kunden eingeht, aber auch auf deren Bedürfnisse. Doch welche Möglichkeiten gibt es? Dieser Artikel zeigt einige Alternativen auf und geht zudem auf die Optionen für Kunden ein, die sich unbedingt eine Brille wünschen.

Kontaktlinsen als erste Alternative

Mag ein Kunde keine Brille mehr, sind die Kontaktlinsen natürlich die erste Alternative. Trotzdem darf die Brille nicht völlig außer Acht gelassen werden, da die Augen zwischendurch Ruhezeiten benötigen und nun doch wieder die Brille mit ins Spiel kommt. Zudem eignen sich Kontaktlinsen nicht für jeden und müssen stets angepasst werden:

Kinder – es gibt auch für Kinder spezielle Kontaktlinsen. Ab welchem Alter ein Kind Linsen tragen kann, hängt maßgeblich von dessen Verhalten ab. Kann es die Linsen schon selbst pflegen? Insgesamt sind Tageslinsen sinnvoller. Vorteilhaft an der Linsenlösung für Kinder ist, dass die Kleinen häufig wild toben und dabei schon eher eine Brille zu Bruch geht. Ein Nachteil ist die Handhabung, denn nicht jedes Kind ist problemlos dazu in der Lage, Linsen einzusetzen und sie wieder zu entnehmen. Entfällt diese Arbeit stets auf die Eltern, sollte über eine andere Lösung nachgedacht werden.

Messung – viele Kunden müssen darüber aufgeklärt werden, dass die Werte, die sie von ihrer Brille her kennen, von denen für Kontaktlinsen abweichen.

Pflege – das ist der wichtigste Aspekt, den ein Augenoptiker nicht vergessen darf. Da Kontaktlinsen gepflegt werden müssen, sollte er Kunden genau über die notwendigen Pflegemaßnahmen aufklären. Dies ist besonders dann wichtig, wenn der Kunde ohnehin schon häufiger unter Augenentzündungen oder trockenen Augen leidet.

Senioren – auch Senioren können oft ohne Probleme Kontaktlinsen tragen. Selbst die Altersweitsichtigkeit kann mittlerweile über entsprechende Linsen korrigiert werden.

Gerade bei Erstkontaktlinsenträgern sollten sich Augenoptiker ausreichend Zeit für eine Beratung, die Anpassung und auch eine Einführung der Linsen nehmen. Dabei sollte der Kunde unter Beobachtung einige Male die Linsen einsetzen und wieder entfernen. Umso sicherer er das Geschäft verlässt, desto wohler wird er sich zu Hause mit seinen neuen Kontaktlinsen fühlen.

Augenlaserbehandlungen

Sollte ein Augenoptiker über die Möglichkeiten von Laserbehandlungen aufklären, wenn diese doch im – für den Kunden – besten Fall bedeuten kann, gar keine Brille mehr zu benötigen? Ja, auf jeden Fall. Nicht nur schafft dieses Gespräch Vertrauen, es kann den Kunden auch von der Behandlung abbringen. Wobei die Laserbehandlung heute in der Lage ist, viele Fehlsichtigkeiten nahezu vollständig auszugleichen. Dennoch hat die Technologie ihre Grenzen und greift nicht bei jeder Grundlage. Zuletzt gibt es natürlich Nachteile:

Kosten – die Augenlaserbehandlung wird selbst von Zusatzversicherungen nur in den seltensten Fällen getragen. Die Behandlungskosten sind hoch und dabei nicht mit der Anschaffung einer Brille oder von Kontaktlinsen zu vergleichen. Die einzelnen Anbieter unterscheiden sich jedoch erheblich, sodass sich durchaus günstigere Anbieter finden lassen.

Risiken – wie bei jeder Operation kann auch beim Augenlasern etwas schiefgehen. Und in diesem Fall ginge die Operation wirklich »ins Auge« und könnte größere Schäden hinterlassen.

Wenn jemand seine Brille vermisst

Neben den Kunden, die von Brillen so weit entfernt, wie nur möglich, sein wollen, gibt es die Kunden, die ihre Brille im Leben richtig zu schätzen gelernt haben. Und mit einem Mal spielt das Leben mit hinein und die Sehstärke erholt sich so deutlich, dass die Hilfestellung nicht mehr benötigt wird. Oder aber, die Laser-OP funktionierte. Und jetzt? In der Tat vermissen etliche Menschen ihre Brille und wünschen sich sogar eine. Und nun? Um modische Aspekte zu bedienen, gibt es freilich ausreichend Möglichkeiten für einen Optiker, damit die treuen Kunden glücklich sind:

Jeder Optiker sollte die Möglichkeit des Laserns erwähnen, zumindest dann, wenn sein bisheriges Wissen über die Sehkraft des Kunden eine Behandlung nicht direkt ausschließt, und auf den Augenarzt verweisen. Denn ob eine Laserbehandlung tatsächlich möglich ist, kann nur dieser entscheiden.

„Fensterglas“ – Brillen sind heute weit mehr als eine bloße Sehhilfe, sie dienen längst als klassische und trendige Modeaccessoires. Kein Wunder also, dass viele einstige Brillenträger auf das Mode-Highlight so wenig verzichten möchten, wie auf Handtaschen, Schals oder Mützen. Glücklicherweise müssen sie es nicht, denn jeder Optiker kann die gewünschten Brillenmodelle auch mit Fensterglas versehen. Das Glas hat keinerlei sehverstärkende Eigenschaften, kann aber freilich ebenfalls entspiegelt oder anderweitig veredelt werden, sodass Kunden nicht nur keine störenden Effekte, sondern sogar einen Zusatznutzen haben.

Sonnenbrillen – auch sie liegen absolut im Trend und gehören zu den meisten Outfits dazu. Während Sonnenbrillen natürlich mit Sehfehler ausgleichenden Eigenschaften versehen werden können, gibt es sie auch mit gewöhnlichem Glas. Auch diese Gläser lassen sich in sämtliche Modelle einpassen. Aus gesundheitlicher Sicht ist das Tragen einer Sonnenbrille mit guten UV-Schutzwerten ohnehin empfehlenswert, auch und gerade für gelaserte Augen.  

Spezielle Anforderungen

Augenoptiker können sich zudem auf speziellere Brillen spezialisieren, um Kunden mit Sehschwächen zufriedenzustellen. So eignen sich Kontaktlinsen beispielsweise nur bedingt bei staubigen Sportarten. Brillen müssen jedoch bei eben diesen Sportarten auch den Aspekt erfüllen, unter dem Helm nicht zu drücken. Führen Optiker etliche Brillen, die unter Helme passen, bruchfest und zugleich modisch sind, machen sie sich bei sämtlichen Outdoorsportlern und Reitern beliebt.