SERVICEARTIKEL

Sparpotenziale nutzen, Chancen steigern

Finanztipps für selbstständige Ladenbesitzer

Beim Führen eines eigenen Ladens werden Augenoptiker mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert. Sie müssen nicht nur Fingerspitzengefühl für Kundschaft beweisen, Mitbewerber im Auge behalten und möglichst clever für sich und ihre Produkte werben. Auch die Finanzen sind ein allgegenwärtiges Thema. Das Senken der Ausgaben ist ein wirkungsvolles Mittel, um möglichst schnell beziehungsweise dauerhaft schwarze Zahlen zu schreiben. Im Idealfall entstehen Überschüsse für sinnvolle Investitionen, welche die Wettbewerbsfähigkeit sichern. Folgende Anregungen machen auf potenzielle Maßnahmen zur Kostensenkung aufmerksam.

Partnerschaften: Großhandel, externe Fertigung und Co.

Die Kooperation mit verschiedenen Dienstleistern ist heute fester Bestandteil der Selbstständigkeit. Während beispielsweise viele Augenoptiker Linsen extern fertigen lassen, beziehen andere ihre Kollektionen für Sehhilfen bei Großhändlern und lassen ihren Point of Sale vom Ladenbauspezialisten nach modernem Designanspruch einrichten. Partnerschaften, egal welcher Art, bieten ein hohes Einsparpotenzial. Neben Mengenrabatt, Skonto und Treuebonus sollte jedem Auftrag ein Preisvergleich vorausgehen. Die Auswahl ist groß, übereilte Entscheidungen sind unnötig. Vom Wareneinkauf über die Beschaffung bis hin zum IT-Konzept sollte alles einem fairen Preis-Leistungs-Verhältnis unterliegen. Unsere Datenbank liefert das umfassendste Lieferantenverzeichnis der Branche mit Informativem über Hersteller, Dienstleister, Vertriebe und Marken. Ist ein konkretes Unternehmen gefragt, beschleunigt die Schnellsuche die Recherche.

Tipp für Gründer: Ob sich das Auslagern von Dienstleistungen (z. B. Verglasung / Einschleifservice) lohnt, muss kritisch hinterfragt werden. Fest steht, dass die Anschaffung erforderlicher Technik oft vergleichsweise teuer ist und die künftige Auslastung von Mitarbeiterin und Maschinen eine ungewisse Komponente darstellt. Die finanziellen Risiken sind erheblich. Die Zusammenarbeit mit erfahrenen Werkstätten ist womöglich betriebswirtschaftlich vorteilhaft. Die jeweiligen Experten sollten allerdings mit modernster Technik arbeiten, fachlich auf dem Laufenden sein und zuverlässig arbeiten.

Konten, Versicherungen und Steuern

Nicht nur in Sachen Brillen, Kontaktlinsen und Zubehör können Augenoptiker mit einem Preisvergleich Geld sparen. Gleiches gilt für Konten, Versicherungspolicen und Steuerberater. Beim betrieblich genutzten Konto können neben den allgemeinen Kontoführungsgebühren weitere Kosten für beleglose Transaktionen, Bargeldabhebungen an Automaten, Dispozinsen und Konto- sowie Kreditkarten anfallen. Der Geschäftskonto Vergleich eines Finanzproduktportals hat Angebote verschiedener Kreditinstitute gegenübergestellt und Empfehlungen für verschiedene Rechtsformen aufgeführt. Darunter Firmenkonten, welche durch Übermittlung von Buchungssätzen die Kommunikation mit Steuerbüros beziehungsweise Buchhaltern erleichtern.

Ohne Versicherungen ist die Gefahr, in existenzbedrohende Situationen zu geraten, unwahrscheinlich groß. Dass Selbstständige mit einer Betriebshaftpflicht-, Rechtschutz- und einer ordentlichen Sachversicherung gut beraten sind, dürfte klar sein. Auch die nötige Absicherung von Gebäuden ist elementar. Hinzu kommen Policen für potenzielle Einzelschäden, Gewinnausfälle und Betriebsunterbrechungen. Im Beitrag von Dr. Dieter Maass wird das Thema beleuchtet. Trotz der Unverzichtbarkeit vieler Absicherungen ist eine Überversicherung zu meiden. Ein gewisses unternehmerisches Risiko bleibt. Egal was die Versicherer versprechen. Unnötige Policen mindern den Gewinn gleichermaßen, wie überteuerte Verträge.

Die Steuerberaterkosten lassen sich durch Optimieren der Zusammenarbeit mindern. Einige Beispiele:

  • Buchhaltung selbst erledigen: Klingt für viele Selbstständige zunächst unmöglich, ist es aber nicht. Im Gegenteil. Mit etwas Hilfe bei der Einarbeitung durch die Steuerkanzlei und der Wahl einer guten Software mit verständlicher Eingabemaske gelingt die Aufgabe meist leichter als angenommen. Eine Ersparnis im fünfstelligen Bereich ist je nach buchhalterischem Aufwand durchaus denkbar.
  • Vorbereitung: Wer die Buchhaltung weiterhin beim Steuerberater In Auftrag gibt, sollte einer Zettelwirtschaft vorbeugen. Muss der Experte sämtliche Belege aus einem Chaos an Unterlagen zuordnen, schlägt das aufgrund des erhöhten Zeitaufwands selbstverständlich stärker zu Buche wie ein ordentlicher Pendelordner.
  • Termine und Fragen: Termine beim Steuerberater sind möglichst kurz zu halten. Schließlich ist sein Honorar beachtlich. Gut vorbereitete Gespräche sind effizienter und tragen zur Kosteneindämmung bei. Auch unnötige Fragen am Telefon sind vermeidbar, viele Kanzleien schauen penibel auf die Uhr.

Digital statt Print?

Druckartikel sind unverzichtbar. Das hat zuletzt unter anderem die Metaanalyse „The Power of Print“ bewiesen, welche von der Creatura-Initiative in Auftrag gegeben und vom Multisense Institut durchgeführt wurde. Innerhalb eines Jahres wurden über 300 internationale Studien zur Werbewirkung von Druck und Druckveredelung analysiert. Die Metaanalyse bestätigt, den enormen Einfluss von Papier auf Konsumenten aufgrund seiner multisensorischen Eigenschaften. Das menschliche Gehirn kann gedruckte Informationen nicht nur besser verstehen, als am Bildschirm, sondern sie sich auch besser merken.

Trotz der Bedeutung von Print sollten sich Augenoptiker nicht allein darauf beschränken. Ein solider Marketing-Mix begeistert Konsumenten nicht nur mit haptischen Reizen, sondern setzt auf digitale Lösungen. Online-Marketing hat einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf den Geschäftserfolg. Unter anderem deshalb, weil Kunden immer preisbewusster werden. Schließlich haben sich die Krankenkassen größtenteils aus der Versorgung zurückgezogen. Viele Verbraucher suchen online nach günstigen Angeboten. Wer im Internet nicht präsent ist oder aufgrund mangelnder Suchmaschinenoptimierung von potenziellen Neukunden nicht gefunden wird, hat das Nachsehen.

Konkurrenz gibt es reichlich. Je nach betrieblicher Ausrichtung lohnt es sich, die Ausgaben für Print zu drosseln und mehr in die Internetpräsenz zu investieren. Ein durchdachter Mix aus Online-PR, E-Mail-, Mobile-, Content- und Social-Media-Marketing sowie Online-Werbung kann die Sichtbarkeit markant steigern. Allerdings hängt der Erfolg von Online-Marketing-Maßnahmen unmittelbar von den Machern ab. Die Suche nach einer geeigneten Agentur muss sorgfältig erfolgen, damit finanzielle Mittel nicht verpuffen.

Einsparmöglichkeiten gibt es außerdem in Bereichen wie Heizung, Strom, EDV, Lagerkosten und Miete sowie Telefon und Internet. Während sich beim Großteil der Posten durch Recherchieren und Vergleichen kostensenkende Maßnahmen ergeben, sind bei Miete und Lagerkosten wesentlich tiefergehende Überlegungen nötig, um die beste Entscheidung zu treffen. Die Standortwahl hat großen Einfluss auf den Geschäftserfolg und ist von zahlreichen Faktoren abhängig. Letztendlich muss jeder Augenoptiker für sich entscheiden, welche Investitionen sich im Rahmen des Machbaren befinden und womöglich trotz eines anfänglichen Kreditbedarfs rentabel sind. Wird am falschen Ende gespart, können die Auswirkungen fatal sein.