So sieht der Titel des Sonnenbrillen-Prospekts aus. Detaillierte Infos zu dem Produkt gibt es bei der BGW GmbH.
Prospekt-Produktion

Sonne, Models, ein Fotograf…

…und eine ganze Menge mehr braucht es schon, um ein Produkt herzustellen, das sich vom Einerlei der übrigen Werbematerialien abhebt. Wir haben für die Leser des Magazins „DER AUGENOPTIKER“ die Produktion von zwei Prospekten auf Mallorca beobachtet.

Die BGW Marketing & Management Service GmbH ist seit über 20 Jahren in der augenoptischen Branche aktiv. Unzählige Prospekte hat das Unternehmen im Laufe der Jahre erstellt. Gleitsichtbrillen, Billigbrillen, Sonnenbrillen, Kinderbrillen – bei den Prospekten geht’s im Wesentlichen um Komplettangebote zu möglichst günstigen Preisen. Die Prospekte kann der Augenoptiker kaufen und für seine Werbung vor Ort einsetzen. Eine Bindung an die BGW, wie man sie von Marketinggemeinschaften kennt, besteht nicht.

Im Unterschied zur „herstellerlastigen“ Werbung steht bei den Prospekten der BGW der jeweilige Augenoptiker im Mittelpunkt. Es handelt sich eben nicht um eine Rodenstock-, Zeiss-, Essilor- oder andere Markenwerbung. Es ist nicht ausgeschlossen, dass diese Form der Werbung beim Endverbraucher besser angenommen wird.
Ein ganzes Team im Einsatz
„Was gut ist, hat seinen Preis“, sagt Eleni Seifert, die geschäftsführende Gesellschafterin der BGW, und verweist damit auf die Kosten. Anders als bei herstellerabhängigen Flyern kostet diese Form der Werbung natürlich Geld. Dafür werde das Niveau der Produkte Jahr für Jahr gesteigert. Und damit das so bleibt, ist ein ganzes Team im Einsatz.
Wolfgang Herrmann ist seit über 35 Jahren als „freischaffender Künstler“, wie er sich selbst bezeichnet, tätig. Seit 1996 fotografiert er für die BGW und wird dabei von seiner Frau Brigitte unterstützt. Die Stylistin sorgt bei den Fotoshootings für die entsprechende Garderobe der Models und bildet ein perfektes Team mit ihrem Mann. „Schöne Fotos können viele machen“, sagt Herrmann. „Wir versuchen, die komplette Produktion professionell abzuwickeln. Das heißt zum Beispiel, dass wir auf jedes Wetter reagieren können. Haben wir zuviele Wolken am Himmel, dann gehen wir rein und arbeiten an einem anderen Produkt“, sagt Herrmann, der während des Shootings wirklich alles und jeden in Bewegung hält.
„Ich möchte auch die günstigen Produkte wertig darstellen. Mir ist es egal, was die einzelnen Brillen kosten. Ich weiß die Preise gar nicht“, sagt der Fotograf und spüht dabei vor Elan. Die Models aus der aktuellen Produktion Ina, Maria und Michael seien sehr gut und professionell gewesen, lobt der Fotograf. „Da hatten wir schon ganz andere“, sagt er und zwinkert Eleni Seifert zu, die für die Auswahl der Models sorgt.
Aus hunderten von Bewerbern sucht sie drei bis vier Gesichter aus. Die Wahl der Models ist erstens Stil- und zweitens Kostenfrage. Alles in allem kostet die Produktion der Prospekte um die 30000 Euro. Flüge und Hotels, Models, Fotograf, Stylistin, Visagistin, Grafiker, Litho-Studio und Druckerei – es kommt schon einiges zusammen, wenn man ein hochwertiges Werbemittel erstellen will. Für einen einzelnen Augenoptiker wäre das nicht zu stemmen und selbst für eine kleine Kette wird’s schon eine schwierige Rechenaufgabe.
Was nutzen die Prospekte dem Augenoptiker? Fragen wir einen (fast) unbeteiligten Endverbraucher. Wolfgang Herrmann meint: „Brille verbinden zu viele mit Prothesen und zu wenige mit Lifestyle. Ein hochwertiger Prospekt, wie der, für den ich gerade fotografiere, eignet sich hervorragend, um das Produkt Brille aus dieser Ecke herauszuholen und mehr Frequenz im Geschäft zu erreichen.“
Theo Mahr