Von Segelbrillen und Kontaktlinsen

Uta Jabs, Augenoptikmeisterin und staatl. gepr. Augenoptikerin, hat sich dem Segelsport verschrieben. Aufgewachsen an der Ostsee hat sie das Geräusch der schlagenden Schoten und Leinen im Blut. Heute ist sie begeisterte Kutterseglerin, fühlt sich aber auf anderen schwankenden Planken genauso zu Hause.

Was liegt näher, als sich im hohen Norden auch auf die Versorgung fehlsichtiger Segler zu stürzen. Bei dieser Arbeit hat sie schon viel Erfahrung gesammelt mit Vereinen, Verbänden und Seglern an sich.
AO: Sind Vereine zugänglich, wenn ein AO kommt und sein Wissen über Segelbrillen anbietet ?
UJ: Na ja, oft wissen sie gar nicht, dass es Segelbrillen gibt. Und ganz ehrlich, viele meiner Kollegen wüssten es auch nicht.
AO: Wie sprechen Sie dann den Segler an ?
UJ: Für mich ist es einfach, da ich alle Brillen, die ich anbiete auch selber ausprobiert habe. Wenn er mir dann noch erzählt, welches Boot er hat und welche Position er dort einnimmt, liegen wir auf der gleichen Wellenlänge. AO: Das heißt, dass der AO segeln sollte, damit er seinen Kunden optimal beraten kann.
UJ: Das ist immer der Idealfall. Zumindest sollte der Kollege sich aber mit dem Sport auseinander setzen und schon einmal auf einem Boot gewesen sein. Ansonsten lernt mal viel, wenn man seinem Kunden zuhört.
AO: Sie sind ja Kontaktlinsenspezialistin. Empfehlen Sie denn Kontaktlinsen zum Segeln?
UJ: Unbedingt. Aber auch hier muss man genau wissen, wie der zukünftige KL-Träger segelt. Sitzt er oft auf dem Trapez und wird dabei auch mal untergetaucht, dann sollte man auf formstabile Linsen verzichten, da die sonst schnell weg sein können. Besonders im Salzwasser muss eine Schutzbrille darüber getragen werden.
AO: Welche Brillen haben bei Ihren Tests am Besten abgeschnitten ?
UJ: Sehr gute Erfahrungen habe ich mit der adidas Gazelle gemacht. Aber auch die speziellen Segelbrillen von Sziols und Julbo haben mir sehr gut gefallen. Vor allem Brillen, an denen man die dunklen Filter in hellere wechseln kann, verkaufe ich gerne an meine segelnde Kundschaft, da man dann auf alle Lichtsituationen reagieren kann. Manchmal ist man auch nachts unterwegs, da sollte man ja noch besser sehen als tagsüber.
AO: Vielen Dank für das Gespräch. Fällt Ihnen noch ein Tipp für unsere Leser ein?
UJ: Sie sollten nicht nur den AUGENOPTIKER lesen, sondern vielleicht auch mal eine Fachzeitschrift zum Thema Segeln. Ab und zu gibt es dort sogar Brillentests. Da kann auch der AO was lernen. Manchmal sogar das, was er nicht machen darf.