Gute Laune bei allen (von links): Prof. Dr. Jürgen Nolting, Dr. Helmut Baur (Binder Optik), B.Sc. Helene Djadjun, Prof. Dr. Gerhard Schneider (Rektor der Hochschule Aalen), Prof. Dr. Dr. Egbert Hering (Rektor a.D. und Jurymitglied)

Verleihung des Binder-Optik-Hochschulpreises

Am 18.12.2013 verlieh der geschäftsführende Gesellschafter der Binder Optik GmbH Generalkonsul Dr. Helmut Baur den Hochschulpreis der Binder Optik GmbH im Rahmen einer Feierstunde an der Hochschule Aalen an B.Sc. Helene Djadjun für ihre hervorragende und innovative Bachelorarbeit.

In ihrer Arbeit ist es Frau Djadjun gelungen, ein flexibles und erweiterbares 3d-Prüfsystem zur Beurteilung der Steropsis auf der Basis eines gängigen 3d-Fernsehgerätes aus dem Consumer Bereich zu realisieren. Zur Ansteuerung wurde der Fernseher mit einem PC verbunden. Die von der Preisträgerin entwickelte Software-Lösung erlaubt es, unterschiedliche Sehteste darzubieten. Hierzu gehören neben der Darstellung von standardisierten stereoskopischen Bildern und Sehzeichentafeln auch dynamisch veränderbare Random-Dot-Muster. Die dargestellten Symbole werden aus einer Datenbank abgerufen, die auf einfache Weise erweiterbar ist. Die stereoskopische Parallaxe kann in der Software verändert werden, auch die Pixeldichte der Random-Dot-Muster ist einstellbar. Durch die Realisierung des Ansteuerprogramms in der gängigen Programmiersprache Visual Basic ist es auf einfache Weise möglich, die Funktionalität des Systems beliebig zu erweitern, um so auch Aspekte der räumlichen Wahrnehmung untersuchen zu können, die noch nicht hinreichend erforscht sind.
In seinem Grußwort würdigte der Rektor der Aalener Hochschule Prof. Dr. Gerhard Schneider den konstant hohen Innovationsgrad der prämierten Arbeiten und hob den motivierenden Aspekt einer solchen Auszeichnung für die Empfängerin des Preises hervor. Er dankte Dr. Baur für die Stiftung des Preises, der seit 1994 in zweijährigem Turnus verliehen wird.
Jurymitglied und Rektor a.D. Prof. Dr. Dr. Egbert Hering lobte die Komplexität der prämierten Arbeit. Es sei in kürzester Zeit gelungen, ein Prüfsystem zu schaffen, das den marktgängigen Systemen und Geräten in puncto Flexibilität an vielen Stellen überlegen ist und das darüber hinaus außerordentlich kostengünstig zu realisieren sei, da ein Standard-3d-Fernsehgerät und ein Standard-PC eingesetzt werden. Die Symbiose aus Innovativität und Praxistauglichkeit, die ein wesentliches Profilelement der Hochschulen darstellt, sei in der prämierten Arbeit in idealer Weise gelungen.
Betreuer der Arbeit waren die Aalener Professoren Dr. Jürgen Nolting und Dr. Anne Buser. Nolting betonte in der Laudatio die Selbstständigkeit und Kreativität, mit der die Preisträgerin bei der Entwicklung der Software-Lösung vorgegangen ist. In weniger als 6 Monaten ist es ihr gelungen, nach einer kurzen Einarbeitung in die für die Bilddarstellung auf einem Stereomonitor notwendigen Programmiertechniken flexibel alle gewünschten Testszenarien umzusetzen. Er gab seiner Freude darüber Ausdruck, dass Djadjun sich entschieden hat, an der Hochschule Aalen weiter zu studieren und im Rahmen ihres Master-Studiums der Augenoptik und Opto-Psychophysik mit dem von ihr entwickelten System nun auch forschend tätig zu werden.