175 Jahre becker + flöge

Starker Mix aus Tradition und Expansion

Vor 175 Jahren, am 8. November 1836, erhält der 29jährige Optikermeister W. Ludwig Becker das Bürgerrecht der Stadt Hannover. Drei Tage später gründet der gebürtige Hamelner die Firma Becker-Optik in der Dammstraße 9 und ist damit wohl der erste Optiker in Hannover. Die Keimzelle für das Unternehmen becker+flöge mit heute 23 Filialen ist geschaffen.

Zehn Jahre später wird Becker Hofoptiker von König Ernst-August. Sohn und Juniorpartner Ludwig Becker wird 1882 vom Regenten des Herzogtums Braunschweig zum Hofoptiker ernannt. Im selben Jahr findet die Verlegung des Geschäfts Becker Optik in die Georgstraße 20, Hannover, statt. Die Dammstraße 9 wird zur ersten Filiale.

Im Jahr 1893 gründet der spätere Kooperationspartner Optikermeister August Flöge die Optische Anstalt A. Flöge in der der Alten Celler Heerstraße 56, Hannover (jetzt Lister Meile 3 und heutige Unternehmenszentrale). 1924 eröffnet dieser seine erste Filiale am Steintor in der Georgstraße 4 in Hannover.
Wie viele Brillen damals in den Gründerzeiten verkauft wurden, ist nicht überliefert. Von Chic und Mode konnte man damals nicht sprechen, da die Menschen einfach nur froh waren, überhaupt wieder besser sehen zu können.
1943 und 1944 wird der gesamte Betrieb bei britischen Bombenangriffen zerstört. 1950 baut der Sohn des Firmengründers, Karl Flöge, den Betrieb wieder auf, 1958 übernimmt Dieter Flöge, der Vater der jetzigen Geschäftsführerin Katja Flöge.
Schon in den frühen 60er-Jahren beginnen die damaligen Wettbewerber visionär und innovativ zu denken. Sie erkennen schon zu dieser Zeit, gemeinsam stärker am Markt zu sein, und so kommt es nach anfänglicher Kooperation 1968 zur Fusion der beiden Optiker-Größen in Hannover; nun firmiert man unter becker + flöge.
Zum Meilenstein der Entwicklung wird in den 70er-Jahren die Mitbegründung der Einkaufskooperation „Opticland“. Es folgen der Aufbau einer zentralen Lehrwerkstatt sowie einer Zentralwerkstatt für die Produktion. In den 1980er-Jahren erfolgen Übernahmen diverser Optiker, unter anderem Optiker Staude, Brillen Genser, Optiker Kleinschmidt und Schneefußoptik.
Heute ist das Familienunternehmen in der fünften Generation unter der Führung von Michael Thöne-Flöge und Katja Flöge mit über 200 Mitarbeitern und 23 Filialen, die in Niedersachsen verteilt sind, am Markt erfolgreich. becker + flöge will weiter wachsen: „Wir werden weitere Geschäfte eröffnen oder Geschäfte, die beispielsweise aus Altersgründen aufgegeben werden, übernehmen“, erklärt Michael Thöne-Flöge.
Die Unternehmensphilosophie bei becker + flöge lautet: „gradlinig, ehrlich, klar“ – diese niedersächsischen Tugenden lebt das Unternehmen. Ausbildung hat für becker+flöge auch heute eine besondere Bedeutung. 15 Menschen beginnen jedes Jahr ihre Ausbildung bei becker+flöge, denn das Unternehmen investiert gerne in den Nachwuchs. „Es ist traditionell ein wichtiges Feld, um uns damit um die Zukunft zu kümmern”, betonen die Geschäftsführer. Um die individuellen Stärken seiner Mitarbeiter zu fördern, finden seit Jahrzehnten interne und externe Weiterbindungsmaßnahmen statt.
Zum Lernen gibt es viel und ständig: War bei den Patienten der Firmengründer vor 175 Jahren noch ausschließlich die Verbesserung der Sehleistung und handwerkliches Geschick gefragt, so sind heute zusätzlich modische und psychologische Kompetenz bei der Kundenberatung unentbehrlich.