100 Jahre Eschenbach Optik

Mit dem Charme der Gründerzeit

2013 ist es soweit: Eschenbach Optik wird 100 Jahre. Eine ereignisreiche Zeit liegt hinter dem Spezialisten rund ums gute Sehen. Und ein spannender Weg vom fränkischen Unternehmen zum weltweiten Partner für den Augenoptiker. Der richtige Zeitpunkt für Rück- und Ausblick und die Frage, welche Pläne und Ziele es für die Zukunft gibt. Dr. Wolfgang Rebstock, Vorsitzender der Eschenbach-Geschäftsleitung, und Geschäftsführer Peter Schwind trafen sich mit AO-Chefredakteur Theo Mahr zum Gespräch.

Josef Eschenbach wird bei der Gründung seines Großhandels für optische Produkte im Jahr 1913 kaum geahnt haben, dass sein Unternehmen eine solche Erfolgsgeschichte schreiben würde.

Das über drei Generationen gewachsene Familienunternehmen ist heute managementgeführt. Neben seinem Hauptsitz in Nürnberg betreibt es Niederlassungen in 13 Ländern weltweit. Eschenbach Optik ist größter deutscher Brillenanbieter und Marktführer in Deutschland, auf dem weltweiten Fassungsmarkt unter den „Top Ten“, Marktführer für Qualitätsferngläser in den deutschsprachigen Ländern Europas und Weltmarktführer für optische Sehhilfen.
Das Wachstum weiter steigern, in neuen Märkten und mit permanent innovativen Produkten, das ist erklärtes Ziel für die Zukunft.
Mit innovativen Leuchtlupen wurde ein entscheidender Meilenstein gelegt. Vergrößerung plus LED-Beleuchtung heißt auch heute noch die wirkungsvolle Lösung, wenn eine Sehschwäche selbst mit Brille nicht mehr ausgeglichen werden kann.
„In all den Jahren hat Eschenbach Optik mit innovativen Produktentwicklungen beeindruckt“, erläutert Dr. Wolfgang Rebstock. „So ist beispielsweise ein Highlight in der Geschichte des Fernglases das club 8×20. Herausragend im Design und so klein, dass es in die Hosentasche passt.“ Mit diesem Novum hatte es sich, als erstes Fernglas überhaupt, seinen Platz im Museum of Modern Art (New York) verdient: heute ist es „Das kleine Schwarze für den Mann“.
Leistungsstarker Partner ist Eschenbach Optik sowohl für die Industrie als auch für den Endverbraucher. „Wenn Innovationen auf höchstem Qualitätsniveau gefragt sind, entscheidet man sich für optische Kunststoffkomponenten aus eigener Präzisionsfertigung aus dem Hause Eschenbach – egal ob im Bereich Automotive, Medizin- oder Beleuchtungstechnik“, ist Rebstock stolz.
„Im Bereich Eyewear revolutionierte Eschenbach Optik mit der Einführung der Titanflex den Brillenmarkt.“ Als erste erkannten die Nürnberger die Vorteile des extrem leichten und biegsamen Materials für Brillenfassungen und besetzen damit noch heute die marktführende Rolle in diesem Segment. Als Vorreiter sieht sich der Eyewear-Experte mit Geschäftsführer Peter Schwind auch in Sachen Fashion und Style. „Wer wissen will, welcher Look wirklich angesagt ist, findet die Antwort in den Kollektionen der trendigen Marke Humphrey’s eyewear oder bei Brendel fashion eyewear – unserer Marke für die Frau mit Stil.“
„Was heute wie damals zählt, sind Weitblick, unternehmerischer Mut, das Gespür für die Bedürfnisse der Menschen und der Märkte und das Geschick, dies in innovative Produkte umzusetzen“, ist sich Peter Schwind sicher.
Dass es trotzdem auch für Eschenbach nicht einfach am Markt ist, räumt Schwind ohne Umschweife ein: „2012 war ein schwieriges Jahr für die gesamte Branche.“ Im Rückblick auf seine ganz persönliche Laufbahn bei Eschenbach meint er sogar, dass der Absatz im gesamten, deutschen Fassungsmarkt in den letzten zehn Jahren nicht signifikant gestiegen sei. Eschenbach aber habe seine Position Jahr für Jahr verbessert.
Dr. Wolfgang Rebstock sieht die Ursachen für die jüngste unerfreuliche Entwicklung in den hohen Preisen, speziell für Brillengläser. Außerdem werde das vorhandene Markt- und Kundenpotential von vielen Augenoptikern nicht genutzt. „Da liegt vieles noch brach“, bedauert Rebstock und verweist auf große Wachstumschancen in den Segmenten Kinder- und Jugendbrillen sowie LowVision.
Peter Schwind fügt hinzu: „Auch die hohe Wiederverglasungsquote ist ein Problem. Natürlich ist eine Eschenbach-Fassung bei entsprechender Behandlung nach ein paar Jahren ’noch gut‘. Wir haben eben einen hohen Qualitätsanspruch, aber trotzdem könnten die Augenoptiker doch häufiger eine neue Brille anbieten.“
Dass das Thema „Mode und Accessoires“ dabei eine Rolle spielt, hält Schwind für abwegig: „Eine Korrektionsfassung brauche ich zum Sehen. Sie ist kein Accessoire, und das wird sie auch nicht. Eine Sonnenbrille vielleicht schon eher.“
Fokus auf Deutschland
Um es deutlich zu machen: Eschenbach hat auch 2012 seinen Marktanteil halten können – und der ist beträchtlich. Damit das so bleibt, nimmt das Unternehmen Geld in die Hand. „Wir lassen nicht von unserer Qualitätssicherung ab, auch wenn das enorm viel kostet“, erklärt Dr. Wolfgang Rebstock.
Gleichzeitig startet das Unternehmen im Jubiläumsjahr 2013 eine Offensive, die speziell auf den deutschen Markt ausgerichtet ist. Der Außendienst wurde deutlich aufgestockt, um noch mehr Präsenz bei den Augenoptikern zeigen zu können. Eschenbach setzt also, auch im Zeitalter von Online-Bestellportalen, auf den persönlichen Kontakt. Rebstock: „Ich glaube, dass sich die Optiker an die Hersteller erinnern, die auch in schlechten Zeiten zu ihnen kamen und sich kümmerten. Für uns gibt es keine Alternative zum Außendienst. Das ist ein klares Bekenntnis zum Optik-Fachhandel.“
Gleichwohl beobachtet das Unternehmen natürlich die Entwicklung des Marktes und der Online-Portale. Schwind: „Wir wollen schon Erfahrungen sammeln auf dem Gebiet. Nach dem, was wir bis jetzt erfahren haben, kann ich nur sagen, dass sich das Online-Geschäft allgemein nicht so besonders entwickelt, auch wenn unser B2B-Portal gut angenommen wird. Brillenfassungen brauchen den Service von Profis.“ Und Dr. Wolfgang Rebstock ergänzt: „Augen brauchen Service!“
Ebenso wertorientiert sei das Klima im Unternehmen, betonen die beiden Geschäftsführer. Auch wenn man schon lange kein klassischer Familienbetrieb mehr sei, so habe man doch ein paar Dinge aus der Inhaberzeit bewahrt. „Noch heute sind wir mit der Familie Eschenbach befreundet, die in der Zeit der Übergabe alles getan hat, dass es so wird, wie es heute ist“, beschreibt Rebstock den behutsamen und sorgenfreien Wechsel. „Hier gab und gibt es keine Unruhe. Bei keinem Mitarbeiter.“
Peter Schwind meint abschließend: „Der Umgang ist ein anderer hier. Das ist gut und bleibt auch so.“