„Open Day“ bei Wearlite

Klare Sicht sauber produziert

Der Schweizer Brillenglashersteller Wearlite lud zu einem Blick in seine Produktion ein und es wurde deutlich: Von den Schweizer Gipfeln genießt man eine klare Sicht. Ressourcenschonung und Wirtschaftlichkeit sind laut CEO Frank Pfeffer kein Widerspruch, sondern gemeinsame Basis für ein Qualitätsprodukt.

Ende Oktober begrüßte Wearlite-Geschäftsführer Frank Pfeffer rund 80 Optiker, Partner und Lieferanten am Firmensitz in Cham südlich von Zürich. Sein Ziel war es, fünf Jahre nach der Wearlite-Gründung für bestehende Partnerschaften im Rahmen eines „Open Day“ zu danken.

Vor allem aber konnte der 40-jährige Lasertechniker noch einmal allen Gästen die Unternehmensphilosophie nahe bringen: Dass nämlich Verantwortungsbewusstsein gegenüber der Umwelt nicht im Widerspruch zur Wirtschaftlichkeit stehen müsse. Es sei ein verbreiteter Irrglaube, dass ökologisches und ökonomisches Handeln nicht in Einklang gebracht werden könne.
Wearlite schleift keine Brillengläser, sondern gießt sie mit nur einem Fünftel des Materials, mit dem herkömmliche Gläser produziert werden. In dem ausgeklügelten Hochpräzisionsverfahren wird nur Kunststoff verarbeitet, der in der Schweiz raffiniert wurde. Auf giftige Legierungen verzichtet Wearlite. Insgesamt werden mit dem ressourcenschonenden Guss-Verfahren rund 80 Prozent weniger Kunststoff, Energie und Frischwasser als im konventionellen Schleif-Verfahren verbraucht.
Bewusstsein für das Glas schärfen
Auf dem Rundgang durch das Unternehmen konnten sich die Gäste überzeugen, dass offenbar auch in der Brillenglas-Herstellung eine nachhaltige Produktion gelingt. Die Produkt-Varianz wird durch ein automatisiertes Produktionsverfahren sichergestellt. Das Ergebnis sei ein Brillenglas mit hoher Spontanverträglichkeit, hohem Kontrast, geringem Gewicht und extremer Belastbarkeit, betonte Pfeffer.
Das Guss-Glas biete eine geschlossene Oberfläche mit hohem Vernetzungsgrad, kosmetische Lackierungen seien nicht notwendig. Weniger Material, geringer Energieverbrauch und Produktion vor Ort mit kurzen Wegen nach Deutschland und Österreich bei gleichzeitiger Produktqualität zeigten, dass heutiges umweltbewusstes Handeln die Wirtschaftlichkeit sogar erhöhe, sagte Pfeffer und unterstrich die Qualität made in Switzerland: „Wir müssen das Bewusstsein für das Glas schärfen. Die Verbraucher verstehen unsere Botschaft, dass ein Top-Brillenglas mit hoher Transparenz und Tragekomfort auch nachhaltig produziert werden kann.“
Taylormade Glasproduktion
Für den kompletten Produktionsprozess von der Auslagerung der richtigen Guss-Schalen bei Rezepteingang bis zur nur wenige Sekunden dauernden Aushärtung unter UV-Licht nach dem Gießen ist lediglich ein Maschinengang notwendig. Alle Maschinen des Produktionsprozesses sind Eigenentwicklungen, und die Entwicklung ist noch nicht am Ende, die Technologie ist für alles offen: Ziel ist die umfassende taylormade Glasproduktion auf dem nur 1.000 Quadratmeter großen Firmengrund.
Schon heute ist Wearlite für das bestehende Sortiment in der Schweiz innerhalb kurzer Zeit lieferfähig, für Deutschland und Österreich beträgt die Lieferzeit EU-bedingt ebenfalls nur vier Tage. Für Wearlite gehe es darum, nicht nur ein Marktsegment zu erschließen, sondern progressiven Optikern die Möglichkeit zu geben, sich abzugrenzen. Es darf damit gerechnet werden, dass die klare Sicht bald auch bis weit nach Deutschland und Österreich reicht.