Die Sprache visueller Wahrnehmung

Der 5. Internationale Kongress der BOAF (Behavioral Optometry Academy Foundation) fand vom 11.-13. November 2016 in Wien im Hotel Pyramide statt. Unter dem Generalthema „Die Sprache visueller Wahrnehmung und Verarbeitung – Sie verstehen – Verstanden werden“ folgten Teilnehmer aus der ganzen Welt der Einladung. Nun der zweite Teil der Berichterstattung.

Autor | Jürgen Eichinger

Vaskuläre Magnetresonanz-Therapie

Dr. Wylie berichtete den Teilnehmern darüber, dass die „Vaskuläre Magnetresonanz-Therapie“ auch die Syntonischen Gesichtsfelder beeinflusst. Dazu nannte er erst einmal wichtige Fakten:

  • Es gibt etwa 60.000 Meilen von Blutgefäßen im Durchschnittskind, bei Erwachsenen sind es etwa 100.000 Meilen, siehe Abbildung 2.
  • Das Herz kann nicht Blut für eine volle Körperzirkulation pumpen
  • Vasomotorik ist daher erforderlich für eine kapillare Zirkulation
  • Ohne ungehindert funktionierende Vasomotorik leidet unser ganzer Körper – mangels optimaler Versorgung.

Das Geheimnis zur Steigerung der Mikrozirkulation zu lüften gelang Dr. Rainer Klopp, dem Direktor des Berliner Instituts für Mikrozirkulation. Er wurde von der deutschen Regierung gebeten, die „Allgemeine Gesundheit & Wohlbefinden zu verbessern…“. Und dieses in allen Bevölkerungsschichten, kosteneffektiv sowie außerhalb pharmazeutischer Optionen. Dr. Klopp stieß in seiner Forschung auf BEMER, einem neuen Therapieansatz – die so genannte Membran-Differenzial-Filtration. Dabei handelt es sich um ein Verfahren, bei welchem über die Verbesserung der Fließeigenschaften des Blutes (Plasmaviskosität, Vollblutviskosität, Erythrozytenaggregation u.a.) eine funktionelle Verbesserung der Stoffwechselsituation im Auge erreicht werden kann. Wie jüngste Studien zeigen, lässt sich dies in einer Visuserhöhung objektivieren. Die BEMER-Therapie dient der Verbesserung von Durchblutungsparametern und der breiten Unterstützung von naturgegebenen Selbstregelmechanismen.

Während Dr. Klopp lebendiges Blut beim Fließen beobachtete, war es ihm möglich, die Form des Signals anzupassen, was dazu führte, dass er BEMER-Patente zu Wellendesign und Wellengenerator erlangte.

Wie wirkt sich nun aber der ungestörte Durchfluss und die bei entsprechender Nährstoffverfügbarkeit verbesserte Versorgungslage im Körper aus? Dazu drei Beispiele.

Beispiel 1

Exemplarisch wurde der Fall einer 71-jährigen Frau mit über fünf Jahren AMD-Geschichte präsentiert. Die Maximalsehschärfe R/L war mit ca. 0,65 noch ganz ordentlich, die Netzhaut sah wie in Abbildung 3 aus.

In beiden Augen fanden sich auffällige weiche Drusen. In solchen Fällen stellt man natürlich eine eher vorsichtige Prognose. Jedoch: die Patientin startete mit der BEMER-Therapie und begann die Behandlung. Außerdem nahm sie pflanzenbasierte Nahrungsergänzung ein. Erste Auffälligkeit: Nach sieben Monaten Therapie stieg die Sehschärfe wieder auf binokularen Visus von 1,0.

Am rechten Auge die Überraschung: die Drusen bildeten sich nach 7 Monaten Anwendung zurück, siehe Abbildung 4. Jedoch blieben die Drusen am linken Auge unverändert, irgendetwas anderes verhindert dort die Re-Absorption.

Beispiel 2

Eine bemerkemswerte ganzheitliche Körperreaktion einer Kundin: nach elf Tagen und vier BEMER-Sitzungen stolpert Patientin auf dem Heimweg, bricht sich eine Hand und eine Zehe, Brillenfassung schneidet das Augenlid, dieses wird mit sechs geschlossen. Nach neun Tagen und weiteren vier BEMER-Sessions geht sie zum Fäden ziehen. Der Arzt schaut, und schaut noch mal: „Das kann einfach gar nicht sein, sie müsste noch rot sein, ich habe noch nie eine Wunde derart schnell verheilen sehen!“

Beispiel 3

Aber auch andere Befindlichkeiten in Gesellschaft visueller Störungen bei guter Allgemeingesundheit, wie Furcht, sind der Verbesserung der Mikrozirkulation zugängig. Ein 20-jähriger mit guter Allgemeingesundheit, fühlt sich in letzten Tagen visuell „statisch“, Augen schmerzen und drücken, bereits früher Angstzustände und hohen Blutdruck. Bekam wegen hohem Blutdruck kurz Medikation, bis Arzt sagte, Patient sei zu jung und es besteht keine Notwendigkeit fortzufahren. Schon während der Sehprüfung entschuldigte sich der Patient: „Es tut mir leid, aber ich habe gerade einen Angstanfall. Die visuelle Statik ist schlechter und ich fühle das Prickeln in den Armen!“

Es wurde der Blutdruck gemessen: 214/80. Der Versuch mit BEMER zeigt nach 8 Minuten einen von 214/80 auf 144/69 normalisierten Blutdruck und der Patient sagt: „Wow, das ist ein Ding, und mir gefällt echt, wie klar ich gerade im Kopf bin!“

Yoked Prismen

Die ganze Sache begann im Juni 2003 mit einem Telefonat über Yoked Prismen. Dr. Wylie lud dazu Dr. Rick Collier zu sich ein. Dieser Besuch veränderte Dr. Wylies Leben, der im Kongress über die wichtigen Informationen und Erkenntnisse aus diesem Besuch referierte, siehe Abbildung 5.

Der Kollege aus Texas war ein Privatgelehrter, der seit 25 Jahren einmal pro Woche in die Bibliothek einer Medical School ging und sich in Physiologie, Biophysik und Ernährung weiterbildete. Sein Hobby: für Astronomie-Magazine mathematische Artikel über Schwarze Löcher schreiben. Und dann gilt es erst mal folgendes zu verdauen:

Im Uhrzeigersinn spiralierendes Licht konzentriert Energie unvorteilhaft, wenn es die Retina trifft. Durch spiralierendes Licht gegen den Uhrzeigersinn verteilte Energie wirkt vorteilhaft. Prismen lindern offensichtlich das Spiralieren auf eine vorteilhafte Drehung gegen den Uhrzeigersinn, wo hingegen sphärische Linsen symmetrisch längs einer Achse das Spiralieren nicht beeinflussen. Tönungen sind Niedrig-Passfilter, die das Timing hereinkommenden Lichts ändern und können komplementär zu den Prismen für zusätzlichen therapeutischen Effekt sein.

Das Kombinieren einer leichten Tönung und Yoked Prismen ist genau das, was Dr. Collier Binäre Linsen nannte.

Als weitere Informationen teilte Dr. Collier damals Dr. Wyler mit, dass es biochemische Effekte von Farben gibt. Niederfrequente Farben erhöhen die Phosphatase-Aktivität, schalten Reaktionen ab. Hochfrequente Farben erhöhen die Kinase-Aktivität, was die Reaktionen ansteigen lässt. 2 bis 3% Blautönung mit B.o. yoked für Exotropie/Exophorie sind vorteilhaft. Dr. Collier sagte damals explizit dazu: “Blaues Licht ist wie Zündpulver, es triggert Licht spiralig in die Retina.

Kommunikation

Der letzte Redner, Dr. Phil Bugaiski, bot noch eine zweiteilige Show unter der Überschrift „Effektive Kommunikation für Optometristen: Die visuelle Sprache des Patienten sprechen – Austesten und Behandlung von Binokularsehen, Visueller Wahrnehmung und Syntonics.“ Dr. Bugaiski bediente sich für die Effizienz der richtigen Kommunikation eines neuen Kommunikationsmediums, das den üblichen Power-Point-Rahmen sprengte. Jedes Schaubild bestand aus vielen Trabanten, die kreuz und quer abgearbeitet werden.

Zusammengefasst brachte es Dr. Bugaiski auf den Punkt: Warum müssen wir uns über „Kommunikation” Gedanken machen?

  • Definition und Bezeichnungsherkunft von „Kommunikation”
  • Kommunikation angesichts von Sprachunter-schieden hier im Saal: Englisch – Deutsch –
    Französisch – Spanisch
  • Optometrisch: Entwicklungs-Optometrisch und Syntonic-Optometrisch.
  • Kenntnisse und Sprache von Optometristen vs. Kenntnisse und Sprache von Patienten und ihren Familien
  • Verbreitete Kommunikationspannen und deren Ursachen
  • Wie sehen Kommunikationspannen aus ?

Das Ganze belegte Dr. Phil Bugaiski mit gut wiedergegebenen Alltagsszenen.

Schritte in der Kommunikation. Effektives Zuhören, wann geht es los?

Sondierungsfragen: Beginne mit „Erzählen Sie mir doch [bitte] ein wenig darüber, wie es so mit der visuellen Wahrnehmung (Vision) ihres Kindes steht ”- a) Du wirst sofort erfahren wie es um ihr gegenwärtiges Verstehen von „Vision” bestellt ist, b) Widerstehe der Versuchung, mit Erklären anzufangen.

Sind mit typischen Visionbeschwerden verbunden: a) Blur, b) Doppelt sehen c) Wässrige oder gerötete Augen.

Haben Bezug zu beobachtbaren Zeichen: a. Schielen, b. Augen reiben, c. Nahe oder häufig wechselnde Arbeitsabstände, d. Geneigte Körperhaltung, Kopf schief stellen, ein Auge zuhalten

In Verbindung mit Lesen: a. Zeilenverlust, Wörter auslassen, Zeilen nochmal lesen, b. ähnliche Wörter vertauschen, c. Lesen erschöpft

In Verbindung mit Schreiben: a. Geringe Schreibkunst, b. Rechtschreibfehler, c. Probleme Zahlen untereinander zu reihen.

Vermeide Fragen, die wie Vorhersagen klingen!

In Verbindung mit Lesen: a. Problem, Gelesenes zu erinnern, b. Diskrepanz zwischen Textverständnis wenn zuhörend oder selbst lesend, c. Diskrepanz zwischen rechnerischen Zahlenproblemen und Problemen mit Geschichten.

In Verbindung mit Schreiben: a. Diskrepanz zwischen oralem und geschriebenem Ausdruck, b. Beim Schreiben werden Gedanken vergessen, c. Schreibt so wenig wie möglich, um mit der Arbeit fertig zu werden.

Der Wert von Vorhersagen als Fragen: a. Triggere das Erkennen, dass diese Verhaltensweisen mit einem Visionproblem verbunden sein können! Was tun, wenn Du eine „falsche“ Vorhersage gebracht hast? Kurze Erklärung der Rolle des Sehens (Vision) und was der Patient Dir erzählt hat.

Der Wert des Demonstrierens versus verbaler Erklärung: Eine Frage mit Bezug auf des Patienten (oder seiner Familie) Erfahrung mit diesem Visionproblem: “Wie war das denn für Dich/Sie?”

Visionprobleme haben emotionale Auswirkung. Sei der Therapeut der zuhört, dann ergreife die nächste angemessene Aktion

Dr. Bugaiskis Resumée: „Gibt es da irgendetwas bei den Dingen, die wir herausfanden, das nicht zu dem passt, was tagtäglich passiert?“ Mit diesen Worten endete der offizielle Teil des internationalen Jahreskongresses der BOAF in Wien.

Die nächsten Kongresse finden im Mai in Toledo/ Spanien (ab 20 deutschsprachigen Teilnehmern mit deutscher Übersetzung) und im November im Bodensee-Raum (Kongress-Sprache Deutsch) statt.

www.boaf-eu.org