Korrigiertes Sehen über Nacht. Orthokeratologische Kontaktlinsen - DER AUGENOPTIKER
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Korrigiertes Sehen über Nacht

Orthokeratologische Kontaktlinsen
Korrigiertes Sehen über Nacht

Vom 29. bis 31.07. fand in diesem Jahr das „Global Orthokeratology Symposium“ in Chicago statt. Jutta Heinrichs, verantwortlich für die Seminarleitung der orthokeratologischen Kontaktlinsen bei der Müller-Welt Vertriebs GmbH (MPG&E), besuchte die Veranstaltung, die Experten aus 28 Ländern als Forum für den gemeinsamen Austausch diente. Des weiteren informierte das Treffen über den Stand der neuesten Entwicklungen im Bereich Ortho-K. Deutlich wurde, dass besonders in Deutschland noch erhebliches Marktpotenzial brach liegt. Im Vergleich zu den Niederlanden (610 Trägern/1Million) und der Schweiz (467/1Million) ist in Deutschland (85/1Million) das Kundenpotential für orthokeratologische Kontaklinsen noch lange nicht ausgeschöpft.

Orthokeratologie ist die Anpassung von speziellen formstabilen, hoch gasdurchlässigen Kontaktlinsen, die den zentralen Bereich der Hornhaut durch Veränderung der Hornhautkrümmung kontrolliert beeinflussen. In Abhängigkeit von der Höhe der Myopie und der Tragedauer der orthokeratologischen Kontaktlinse wird zeitlich begrenzt ein einwandfreies Sehen ohne herkömmliche Sehhilfen möglich. In der Regel wird die Kontaktlinse über Nacht während des Schlafens getragen und morgens abgesetzt.

Anpassung
Grundlage für eine Anpassung von orthokeratologischen Kontaktlinsen sind die topographischen Daten der unbelasteten Hornhaut (nach dem Tragen von formstabilen und weichen Kontaktlinsen muss eine Tragepause eingehalten werden, solange bis die Hornhaut keine Wechselwirkung mit der Linse mehr aufweist), die subjektive Brillenrefraktion und die einwandfreie Physiologie des vorderen Augenabschnittes (es gelten die gleichen Voraussetzungen wie für das Tragen von extended wear-Kontaktlinsen).
Die vom Hersteller errechnete Kontaktlinse wird dem Kunden für einen Akzeptanztest vom Anpasser kurz aufgesetzt, um Sitz und Visus zu kontrollieren.
Eingewöhnungszeit
Nach Abgabe der orthokeratologischen Kontaktlinse soll diese über Nacht getragen werden. An den ersten Tagen ist die Sehschärfe nicht für den gesamten Tag ausreichend. Je nach Höhe der zu korrigierenden Fehlsichtigkeit wird eine stabile Sehschärfe für den ganzen Tag nach fünf bis maximal fünfzehn Tagen erreicht, wenn die Kontaktlinse jede Nacht getragen wird.
In der Übergangszeit können zur Korrektur der Restmyopie weiche Tagesaustausch-Kontaktlinsen in der jeweils erforderlichen Stärke aufgesetzt werden. Dies ist für die Teilnahme am Straßenverkehr unbedingt erforderlich!
Anwendung / Funktionalität
Orthokeratologie ist im Gegensatz zur refraktiven Chirurgie reversibel. Das bedeutet, dass entsprechend der Eingewöhnungszeit sich die Hornhaut wieder in ihre Ausgangsform zurückbildet, wenn die Kontaktlinse nicht mehr getragen wird – einer der Gründe die Ersatzlinsen unbedingt erfordern, wenn ein Verlust oder Defekt der orthokeratologischen Kontaktlinse nicht zu einer Tragepause führen soll.
Orthokeratologie funktioniert nach der Eingewöhnungszeit in der Regel wie folgt:
Acht Stunden tragen über Nacht ohne Unterbrechung (in besonderen Fällen ist die Stabilität so groß, dass ein Tragen nur jede zweite Nacht ausreichend ist) entspricht einer stabilen Sehschärfe von mindestens sechzehn Stunden des Folgetages.
Die orthokeratologische Kontaktlinse sollte immer mitgenommen und dann aufgesetzt werden, wenn die Sehleistung nach zu langer Tragepause abnimmt.
Kontrollen
Bei der Auswahl des Kunden ist bereits auf die mögliche Compliance/Non-Compliance zu achten. Eine störungsfreie Anwendung der orthokeratologischen Kontaktlinse kann in der Regel nur unter Einhaltung folgender Kontrollen garantiert werden:
  • Nach der ersten Nacht am Morgen
  • Nach der dritten Nacht am Morgen
  • Nach der fünften Nacht am Morgen
  • Weitere Kontrollen nach je drei Nächten, bis die Sehschärfe am ganzen Folgetag stabil ist
Kontrollen nach der Eingewöhnungszeit sind in Abhängigkeit von der Physiologie des Auges entsprechend vorzugeben, sollten aber mindestens alle drei Monate erfolgen. Bei jeder Störung (siehe Gegenanzeigen) ist sofort eine Kontrolle erforderlich.
Bei den Kontrollen werden immer die topographischen Daten der Hornhaut ermittelt, um die Veränderung der Hornhaut zu kontrollieren und zu dokumentieren.
Die Physiologie des vorderen Augenabschnittes wird ebenso überprüft wie die Sehschärfe mit und ohne orthokeratologische Kontaktlinse.
Handhabung und Pflege
Es muss eine Einweisung in die sorgfältige Handhabung und Pflege erfolgen.
Die orthokeratololgische Kontaktlinse besteht – weil überwiegend nachts getragen – aus einem hoch gasdurchlässigen Material (ausschließlich Boston XO). Nur eine gute Reinigung und Proteinentfernung gewährleistet ein probemloses Tragen der Linsen.
Beim Absetzen der Kontaktlinsen sollte eine Benetzungsflüssigkeit zur Verbesserung der Beweglichkeit derselben angewandt werden.
Wenn der Orthokeratologie-Effekt abgeschlossen ist, sitzt die Linse wie eine normal flach angepasste Kontaktlinse auf dem Auge. Da der Träger jetzt mit oder ohne Kontaktlinse perfekt sieht, muss nach dem Aufwachen vor dem Abnehmen mit einem Sauger unbedingt überprüft werden, ob sich die Kontaktlinse auf dem Auge befindet.
Das hoch gasdurchlässige Material ist für die Sauerstoffversorgung der Hornhaut bei ge-schlossenen Lidern erforderlich.
Eine einwandfreie Funktion der Ortho-K ist nur dann möglich, wenn die Kontaktlinse spätestens jährlich bzw. bei einem früheren Kontrolltermin je nach Zustand der Oberfläche erneuert wird.
Die Einhaltung der Pflegeanweisung ist mit entscheidend für die maximale Nutzung bis zu einem Jahr.
Gegenanzeigen
  • Gerötetes Auge nach dem Aufsetzen, während des Tragens oder morgens nach dem Absetzen der Kontaktlinse
  • Stark auftretende Absonderungen/Schleiersehen
  • Verschmutzte Kontaktlinsen
  • Störendes, erhöhtes Fremdkörpergefühl
  • Gereiztes Auge
  • Schlechtes Sehen
Warnhinweise
Aus Sicherheitsgründen (besonders im Straßenverkehr) sind die orthokeratologischen Kontaktlinsen (und die Ersatz-Kontaktlinsen) immer mitzuführen und aufzusetzen für den Fall, dass die Sehleistung nach zu langer Tragepause abnimmt.
In der Dämmerung und Dunkelheit kann das Tragen der orthokeratologischen Kontaktlinse zu zusätzlichen Reflexen (Streuungen um Lichtquellen) führen.
Die Einnahme von Medikamenten, infektiöse Krankheiten und Schwangerschaften können die Physiologie des Auges beeinflussen und zu Unverträglichkeiten führen.
Orthokeratologie funktioniert nur dann für den Träger, wenn er und der Anpasser die o. g. Bedingungen einhalten.
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