Fielmann-Akademie

Keinesfalls ein geschlossener Kreis

Mit einem Tag der offenen Tür, einem grandiosen Feuerwerk und einem Festakt ist die Fielmann-Akademie Schloss Plön im Oktober eröffnet worden. Rund 35 Millionen Euro hat die Sanierung des Schlosses gekostet.

2002 übernahm Fielmann das Plöner Schloss, das künftig Ausbildungsstätte für die ganze augenoptische Branche sein soll. Von den gesamten Baukosten trug Fielmann 23,2 Millionen Euro. Den Rest steuerte das Land Schleswig-Holstein bei.

Am Ende der Sanierung steht ein echtes Schmuckstück, das noch vor fünf Jahren zu verfallen drohte. Schloss Plön bietet einen einmaligen Blick über den Plöner See. Umgekehrt sieht es von außen so gar nicht wie eine Schule aus. Tatsächlich birgt das Schloss heute eine Kombination aus moderner Schulungsstätte und einem Museumstrakt.
Die Fielmann-Akademie bietet neben Weiterbildungskursen für Auszubildende und Gesellen eine Meisterschule sowie in Kooperation mit der Fachhochschule Lübeck einen Bachelor-Studiengang Augenoptik/Optometrie (FH) an. Zugangsvoraussetzungen für das sechs Semester währende Studium ist die Fachhochschulreife und eine abgeschlossene Berufsausbildung als Augenoptiker. Am Ende des Studiums entsteht das Berufsbild des Optometristen. Dieses werden besonders gesucht, wenn es um die internationale Expansion geht. In Großbritannien beispielsweise geht ohne qualifizierte Optometristen gar nichts.
Um dem Anspruch einer optimalen Ausbildung gerecht zu werden, hat die Akademie in die Ausstattung investiert. 1,3 Millionen Euro stecken in technik und Mobiliar. Dazu kommen weitere 2,65 Millionen Euro für die Ausstattung der Gästezimmer, der Gastronomie und der Küche.
Die Ziele sind der Investition entsprechend hoch gesteckt. Jährlich sollen in Plön 6000 Augenoptiker aus- und weitergebildet werden, davon mindestens 5000 Gesellen, 700 Auszubildende und bis zu 100 Meisterschüler und Studenten. Aktuell ist etwa jeder fünfte Student und Meisterschüler ein „Nicht-Fielmann“.
Die Nutzung des Kulturdenkmals aus der Renaissance als Schule hat übrigens Tradition: Schon im 19. Jahrhundert war Schloss Plön preußische Kadettenanstalt, und 1896 wurde im Gartenhaus eine Prinzenschule eröffnet, die alle Söhne Kaiser Wilhelms II. bis zum Schulabschluss besuchten.
Theo Mahr